Wiederaufbau
Wieczorek-Zeul sieht langes Engagement in Afghanistan

Angesichts der anlaufenden internationalen Hilfe im Libanon hat Entwicklungshilfeminister Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) davor gewarnt, die öffentliche Hilfe in Afghanistan zu vernachlässigen.

DÜSSELDORF. "Wir müssen Afghanistan weiter unterstützen", sagte sie im Handelsblatt-Interview (Donnerstagausgabe). Zugleich mahnte sie zu Geduld. "Ein Wiederaufbau in einer Situation wie in Afghanistan dauert zehn bis 15 Jahre. Wenn sich die Beteiligten vorher zurückziehen, ist die Gefahr des Rückfalls sehr groß."

Zugleich kündigte Wieczorek-Zeul ein neues Hilfskonzept der Bundesregierung an. "Auf jeden Fall werden wir im Sicherheitsbereich nacharbeiten müssen. Die Polizisten sind zu schlecht ausgebildet und bezahlt. Dies zu ändern, wird einer der Punkte des Konzepts zur Weiterentwicklung der Afghanistan-Hilfe sein, das im September ins Kabinett kommt."

Zugleich mahnte sie aber auch bei der afghanischen Regierung mehr Engagement im Kampf gegen den Drogenanbau an. Hier müsse von der Regierung "gesetzgeberisch noch einmal deutlich gemacht werden, dass sich jeder massiv strafbar macht, der Mohn anbaut oder im Handel beschäftigt ist." Dann sei der Druck, auf eine andere Produktion umzusteigen, viel größer, sagte sie. Generell sei eine stärkere internationale Unterstützung beim Aufbau eines effektiven Justizsystems in Afghanistan nötig.

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