Wirtschaftskrise
Brasilien stützt Industrie mit 11 Milliarden Euro

Weil die brasilianische Industrie unter der weltweit schwachen Konjunktur leidet, unterstützt das Land die Industrie mit einem Hilfspaket - zu den Maßnahmen gehören unter anderem Steuererleichterungen.
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Brasilia/Sao PauloBrasiliens Regierung will die heimische Industrie mit Steuerentlastungen gegen die negativen Auswirkungen des schwachen US-Dollars schützen. Der sogenannte Plan „Brasil Maior“ (Größeres Brasilien) sieht in den kommenden zwei Jahren für die Industrie- und Technologiebranche Steuererleichterungen von 25 Milliarden Reais (11,2 Milliarden Euro) vor. Dadurch soll die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. 

„Es ist zwingend, die brasilianische Industrie und unsere Arbeitsplätze vor einem Währungskrieg zu schützen, der versucht, unseren Binnenmarkt zu verringern, den wir mit soviel Anstrengung und Hingabe aufgebaut haben“, sagte Staatspräsidentin Dilma Rousseff beider Vorstellung der Maßnahmen am Dienstag in Brasília. Es müssten Steueranreize diskutiert werden, ohne protektionistisch zu handeln. 

Vorgesehen sind unter anderem verschiedene Steuervergünstigungen und Vorzugsregelungen für brasilianische Unternehmen bei öffentlichen Aufträgen sowie öffentliche Kredite für Technologie-Innovationen. Mit den Maßnahmen reagiert die Regierung auch auf den am Montag vermeldeten Rückgang der Industrieproduktion von 1,6 Prozent im Juni im Vorjahresvergleich. 

Die Aufwertung des Real, der sich im Vergleich zum US-Dollar auf seinem höchsten Stand seit 1999 befindet, schadet den brasilianischen Exporten und erhöht die Importe billigerer ausländischer Produkte. 

Nach dem sogenannten „Big-Max-Index“ des britischen Wirtschaftsmagazins „The Economist“ ist der Real im Vergleich zum US-Dollar derzeit um 52 Prozent überbewertet. Ein solcher Burger kostete im Juli in Brasilien im Schnitt 6,16 Dollar (9,50 Real), in den USA nur 4,07 Dollar. Der ursprünglich nicht ganz ernstgemeinte Index gilt als überraschend akkurater Indikator für Unter- und Überbewertungen von Währungen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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