Wolfowitz gibt Überraschungen zu
USA waren auf Irak-Zusammenbruch nicht vorbereitet

Der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung nach dem Irak-Krieg hat die USA nach den Worten von US-Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz unvorbereitet getroffen.

Reuters BAGDAD. Kein Plan der Welt hätte den Zusammenbruch verhindern können, sagte Wolfowitz der „Los Angeles Times“ am Freitag: „Dies ist ein Land, das von einer Bande von Verbrechern regiert wurde und es gibt sie immer noch.“ Der Vize-Verteidigungsminister, der als einer der Architekten des Irak-Feldzuges gilt, traf am Freitag überraschend in Bagdad ein. Im Irak kam bei einem Anschlag erneut ein US-Soldat ums Leben. Damit stieg die Zahl der US-Toten im Irak-Krieg mit 148 über die Zahl der 1991 im Golfkrieg getöteten US-Soldaten.

Auf Soldaten der US-Besatzungstruppen werden fast täglich Anschläge verübt. In der westirakischen Stadt Falludscha fuhr am Freitag nach US-Militärangaben das Fahrzeug eines US-Soldaten über einen Sprengsatz. Er war das bislang letzte Opfer des von den USA als Guerilla-Kampf bezeichneten Widerstands mutmaßlicher Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein.

Der arabische TV-Sender El Arabija strahlte ein Videoband aus, auf dem angeblich militante Iraker weitere Anschläge gegen US-Soldaten ankündigen. „Wir schwören im Namen Gottes, dass wir den US-Kräften in den kommenden Tagen eine Lektion erteilen werden, (zur Rache) für unsere Jugendlichen, die gestorben sind“, hieß es auf dem Band, das dem Sender von einer bislang unbekannten Gruppe „Moslemische Jugend“ zugespielt wurde. Gleichzeitig wurden andere Staaten davor gewarnt, Soldaten in den Irak zu entsenden.

Der oberste Geistliche der größten Religionsgemeinschaft, der Schiiten, Moktada el Sadr, rief die Iraker im Freitagsgebet dazu auf, den von den USA eingesetzten Übergangsrat nicht anzuerkennen. Tausende Gläubige aus dem ganzen Land forderte er auf, sich von der britischen und US-Invasion zu befreien. „Nein, Nein zu Amerika, Nein, Nein zu dem Bösen. Nein zu den Besatzern und zum Terrorismus“, unterbrachen die Versammelten immer wieder die Predigt.

Die USA sehen in dem Übergangsrat den ersten Schritt zur Demokratisierung im Irak. Das 25 Mitglieder umfassende Gremium hat das Recht, Minister zu nominieren, Gesetze zu ändern und einen Verfassungsausschuss zu bilden. Das letzte Wort behält jedoch der US-Zivilverwalter für den Irak, Paul Bremer.

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