WTO-Konferenz
WTO gerät in Bedrängnis

Egal, ob Industrie- oder Entwicklungsländer, deutsche Politiker oder Unternehmen – sie alle erwarten wenig vom Gipfel der Welthandelsorganisation, der heute in Hongkong beginnt. Zu groß sind die Differenzen. Für die WTO stellt sich die Existenzfrage.

HONGKONG/GENF. Nur nicht zucken. Wer seine Position zuerst preisgibt, hat schon verloren. Im Poker um die Milliardengewinne im globalen Handel haben die Bremser und die Verzagten seit Jahren die Oberhand. Daher steht die Welthandelsrunde längst nicht dort, wo sie laut Zeitplan hätte sein sollen: kurz vor dem Abschluss.

Aus der Taufe gehoben wurde die so genannte Doha-Runde 2001 in der katarischen Hauptstadt. Ihr Ziel war eine Liberalisierung des Handels mit Agrarprodukten, Industriegütern und Dienstleistungen. Davon sollten vor allem Länder aus der Dritten Welt profitieren. Gründlich festgebissen haben sich die Verhandlungen zwischen USA, EU und den großen Schwellenländern aber am Streit um Zugeständnisse in der Landwirtschaft. Vor allem der EU wird zu wenig Flexibilität vorgeworfen.

Vier Jahre nach ihrem Start haben die 149 WTO-Mitglieder bestenfalls die Hälfte des Arbeitsprogramms abgearbeitet. Für die letzten fünf Prozent haben sie 18 Monate gebraucht – „nicht gerade ein großer Fortschritt“, räumt Pascal Lamy, Chef der Welthandelsorganisation (WTO) ein. Doch er hat die Zeichen der Zeit gedeutet. Besser ein winziger Schritt nach vorn als eine Wiederholung der Debakel von Seattle und Cancun, wo die WTO-Konferenzen 1999 und 2003 zweimal mit schrillen Misstönen endeten.

In Hongkong dürfte es daher auf der 6. Ministerkonferenz der WTO keine großen Sprünge geben. Die erwartet auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) nicht.

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