Yanis Varoufakis
Der Rebell lässt sich auf Europa-Tour feiern

Griechenlands früherer Finanzminister Yanis Varoufakis tourt derzeit durch Europa und macht Halt in Großbritannien. Ein Treffen mit dem neuen Labour-Chef Corbyn fällt zwar aus. Dem Jubel tut dies jedoch keinen Abbruch.

LondonDicht drängt sich die Menschenmenge im Londoner Emmanuel Centre um ihn auf seinem Weg zum Podium. Der Versammlungsort im Londoner Regierungsbezirk Westminster ist rappelvoll, vor allem viele junge Menschen sind trotz des schlechten Wetters gekommen, um den Worten von Yanis Varoufakis zu lauschen.

Worum es in der britischen Hauptstadt geht, darüber lässt der Veranstalter, die linke Politikorganisation People’s Assembly, schon in ihrer Einladung keine Zweifel. „Kämpfen für unsere Zukunft: Die Alternative zu Austerität, humanitärem Desaster und Markt-Kernschmelze“, lautet der Titel des Abends – und der ehemalige griechische Finanzminister enttäuscht seine Zuhörer nicht.

„Ich habe Neuigkeiten für Euch – Austerität ist ätzend“, ruft der Grieche mit dem kahlen Schädel in den Saal. Es sind zwar aus seinem Munde keine Neuigkeiten, aber genau die Töne, die die Menschen hier hören möchten.

Ein Rebell und Selbstvermarkter auf Europa-Tournee. Seit Anfang Juli ist Varoufakis zwar nicht mehr in Griechenland in Amt und Würden. Doch das hält dem eloquenten Ex-Minister nicht davon ab, seine Botschaft landauf und landab in Europa weiter zu verkünden – und sich selbst als Polit-Superstar der Linken zu feiern.

Neu ist die Botschaft zwar nicht. Aber als Redner weiß der Grieche, was sein Publikum hören möchte. „Die Ausgaben und das Angebot zu reduzieren, funktioniert vielleicht, wenn es um den Verkauf von Tomaten und Kartoffeln geht“, ruft er in London in den Saal. „Wenn es um das Thema Arbeit geht, funktioniert das jedoch nicht.“

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Der Rebell lässt sich auf Europa-Tour feiern

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Der Jubel ist gewiss

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Versuch, weiter an Legende zu stricken

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