Zahlreiche Zwischenfälle
US-Wahlausgang nach ersten Prognosen offen

Rund 200 Millionen Amerikaner waren am Dienstag aufgerufen, 33 der 100 Senatoren sowie alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses neu zu bestimmen. Nach Schließung der ersten Wahllokale war der Ausgang der US-Kongresswahl noch völlig offen.

HB WASHINGTON. Erste Prognosen der großen Fernsehgesellschaften am Dienstagabend (Ortszeit) gaben keine Hinweise darauf, ob es den Demokraten gelingen wird, den Republikanern von Präsident George W. Bush die Mehrheit zumindest im Abgeordnetenhaus und möglicherweise auch im Senat abzunehmen. So war auch das für die künftigen Machtverhältnisse im Senat wichtige Rennen im Staat Virginia zwischen dem Demokraten James Webb und dem Republikaner George Allen so eng, dass sich die Fernsehgesellschaften mit einer Voraussage zurückhielten.

Bei der Wahl hat es jedoch wieder zahlreiche Zwischenfälle gegeben. Von Computerausfällen, Einschüchterungen und langen Wartezeiten wird berichtet. Das FBI ermittelt bereits.

In Arizona soll eine Gruppe von drei Männern, einer davon bewaffnet, Wähler hispanischer Herkunft vor einem Wahllokal in der Stadt Tucson angehalten und befragt haben, wie eine Bürgerrechtsgruppe mexikanischer Einwanderer berichtet. Der Vorfall sei fotografiert und die Bundespolizei FBI eingeschaltet worden. In Kentucky wurde ein Wahlhelfer verhaftet, der einen Wähler gewürgt und aus dem Wahllokal geworfen haben soll.

Aus zahlreichen US-Staaten wurden Probleme wurden bei der Stimmabgabe gemeldet. Den meisten Ärger bereiteten neue Wahlcomputer mit Berührungsbildschirmen und ihre Programme. In vielen Wahllokalen müssten die Bürger lange anstehen und dann dennoch ihre Stimmen auf Papier abgeben. Insgesamt habe es aber bis zum frühen Nachmittag (Ortszeit) etwas weniger Beschwerden über Zwischenfälle gegeben als bei der Wahl vor zwei Jahren, teilte das Justizministerium mit.

Im hart umkämpften Staat Virginia nahm sogar das FBI Ermittlungen auf, nachdem es Versuche gegeben haben soll, Wähler vor der Stimmabgabe einzuschüchtern, wie die staatliche Wahlkommission erklärte. Es gebe Meldungen über Telefonanrufe, mit denen Wähler von der Stimmabgabe fern gehalten oder zu falschen Wahllokal geleitet werden sollten.

In Colorado kündigten die Demokraten an, sie wollten um verlängerte Öffnungszeiten der Wahllokale bitten, weil es wegen Computerproblemen zu langen Wartezeiten gekommen sei. Ein demokratischer Kandidat habe eine Stunde und 40 Minuten anstehen müssen. In einigen Wahllokalen in Denver fiel zeitweise der Strom aus. In Cleveland schafften es Helfer erst zehn Minuten nach Öffnung der Wahllokale, die Maschinen korrekt zu starten. In einem Bezirk in Pennsylvania mussten die Wähler wegen eines Programmierfehlers wieder Stimmzettel ausfüllen. Kleinere Probleme wurden auch aus Florida und Utah gemeldet. In Allentown in Pennsylvania wurde ein Mann festgenommen, der eine Wahlmaschine mit einem Briefbeschwerer demolierte.

Insgesamt konnten mehr als 80 Prozent (richtig) der Wahlberechtigten ihre Stimme elektronisch abgeben. Hinzu kam, dass seit dem Chaos nach der Präsidentenwahl im Jahr 2000 neue Datensätze für die Registrierung der Wähler und neue Vorschriften zur Identifikation im Wahllokal geschaffen wurden. Schon vor der Kongresswahl hatten Bürgerrechtsorganisationen daher vor Problemen gewarnt. Die Betreiberfirmen der Wahlmaschinen erklärten jedoch, es habe nur vereinzelt Schwierigkeiten gegeben, die auf falsche Bedienung zurückzuführen seien.

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