Zentralbank
China will Europa in Schuldenkrise nicht hängen lassen

Europa kann auf Hilfe von China in der Schuldenkrise hoffen. Nach Ministerpräsident Wen Jiabao hat nun auch die chinesische Zentralbank erklärt, den Europäern beistehen zu wollen.
  • 11

PekingNach der Regierung in Peking hat auch die chinesische Zentralbank ihre Bereitschaft für ein stärkeres Engagement im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise bekräftigt. China werde über den Internationalen Währungsfonds und den Euro-Rettungsschirm EFSF eine größere Rolle bei der Lösung der Probleme in Europa spielen, sagte Zentralbank-Gouverneur Zhou Xiaochuan am Mittwoch anlässlich des EU-China-Gipfels in Peking. Zudem unterstütze die chinesische Notenbank die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihren Bemühungen zur Eindämmung der Schuldenkrise.

Zugleich bekräftigte Zhou seine Überzeugung, dass die Staats- und Regierungschefs in Europa die Schuldenprobleme in den Griff bekommen würden. Als Beispiel führte er den jüngst vereinbarten Fiskalpakt an, der die Haushaltsdisziplin erheblich verbessern werde. Der Vertrag sei ein großer Schritt hin zu einer Wirtschafts- und Fiskalunion.

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hatte Europa zuvor Hilfe bei der Lösung der Schuldenkrise zugesichert. „China ist bereit, sich an der Lösung der Schuldenprobleme Europas zu beteiligen“, hatte Wen zu Beginn des China-EU-Gipfels in Peking gesagt. Wie diese konkret aussehen soll, ließ er aber offen. Anfang Februar hatte er jedoch eine Beteiligung Chinas über den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder an Rettungspaketen in Aussicht gestellt.

Der Gipfel, an dem auch EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso teilnehmen, steht unter dem Eindruck der Schuldenkrise in der Eurozone, über die sich der wichtige Handelspartner China zunehmend besorgt zeigt. Barroso sagte bei dem Treffen in Peking, die EU werde weiterhin alles tun, um das Vertrauen wiederherzustellen.

Am Montag hatte der chinesische Staatsfonds CIC erklärt, er wolle zwar in europäische Firmen investieren, jedoch nicht in europäische Staatsanleihen. China besitzt die weltweit größten Devisenreserven. Das kommunistische Land hat mehrfach seine prinzipielle Bereitschaft zu Hilfen signalisiert, hat aber auch stets betont, dass Europa zunächst selbst aktiv werden müsse, um die Schuldenkrise beizulegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zentralbank: China will Europa in Schuldenkrise nicht hängen lassen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Merkels Reise war nicht umsonst und das trägt nun die ersten kleinen Früchte, es zeigt das hier hart diplomatisch gearbeitet wurde und es wohl als Zeichen Chinas zu sehen ist, das die EU geschätzt wird und wir hier einen kleinen Weg beschritten haben, näher mit China zu wirtschaften und zu kommunizieren.

  • Anonymer Benutzer: konstruktiv.
    Fehlt noch der beliebte Satz der Alternativlosigkeit der Aussage: Deutschland ist der größte Gewinner dieses Eurogemetzels!!!!
    Mein Gott!
    Es gibt tatsächlich noch immer Träumer!
    Bis Ende 2011 haben Deutschlands Steuerzahler gezwungenermaßen, entrechtet und mundtot gemacht 2500 Miliiarden Euro für den Euro gezahlt!
    Hier gibt es keine Union, sondern nur Verlierer neben den Finanzhaien, die alles an sich reißen. Wachen Sie auf! Das Ganze endet in einem blutigen Bürgerkrieg!

  • Sehr richtig, eins sollte man aber nicht vergessen:
    Die Chinesen helfen den Europäern nicht aus Nächstenliebe, sie sehen vorrangig ihre Absatzmärkte und die damit verbundenen Arbeitsplätze in ihrem Land.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%