Zugeständis an Japan
China will japanische Botschaft reparieren

China hat im Konflikt mit Japan kleine Zugeständisse gemacht. Die chinesische Führung bietet eine Reparatur der von Demonstranten beschädigten japanischen Botschaft in Peking an. Gleichzeitig könnte ein Gerichtsurteil aus Japan die Spannungen erneut verschärfen.

HB PEKING. „Sie haben angeboten, die Schäden zu reparieren“, sagte ein Sprecher der japanischen Botschaft in Peking am Dienstag. Auf die Frage, ob Japan damit eine Entschädigung erhalte, antwortete er: „Nicht direkt.“

Gewaltsame Demonstranten hatten am 9. April an der Botschaft mehr als 20 Fenster zerstört. „Meine Kollegen in Tokio prüfen derzeit, wie sie auf dieses Angebot reagieren sollen“, sagte der Sprecher weiter.

Indes hat ein Berufungsgericht in Tokio Entschädigungszahlungen an Chinesen abgelehnt, die im Zweiten Weltkrieg Opfer der biologischen Kriegsführung der japanischen Streitkräfte wurden. Nähere Einzelheiten zur Urteilsbegründung nannte ein Gerichtssprecher zunächst nicht.

Es wird erwartet, dass der Urteilsspruch die jüngsten Spannungen zwischen China und Japan weiter verschärfen wird. Hintergrund ist der Ärger vieler Chinesen über die Zulassung eines neuen japanischen Geschichtsbuchs, in dem nach Ansicht Chinas japanische Kriegsverbrechen verharmlost werden.

In den vergangenen drei hat sich das Verhältnis zwischen China und Japan so verschlechtert, wie seit Aufnahme ihrer Beziehungen 1972 nicht. Die Demonstrationen in China richteten sich vor allem gegen ein japanisches Schulbuch, das aus chinesischer Sicht die Gräueltaten Japans während des Zweiten Weltkriegs verharmlost.

Annan dringt auf friedliche Lösung

UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte die beiden Staaten auf, ihren Konflikt friedfertig zu lösen. Er hoffe, dass der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi und der chinesische Präsident Hu Jintao am Rande eines Asien-Afrika-Gipfels in dieser Woche miteinander sprächen, sagte Annan.

Das Gipfeltreffen fällt auf ein Frühlingsfest in einer japanischen Gedenkstätte, dem Yasukuni-Schrein in Tokio, die die japanischen Abgeordneten besuchen wollen. Im vergangenen Jahr hatten an der Ehrbezeugung aus diesem Anlass 80 Parlamentarier teilgenommen. Auch Koizumi hat den Schrein wiederholt besucht.

Auch Südkorea äußerte sich besorgt über die Spannungen zwischen den beiden Rivalen in der Region. „Es ist uns nicht angenehm, Nachbarn zu haben, die derart miteinander streiten“, sagte ein Vertreter des Außenministeriums am Dienstag. Auch Südkorea kritisiert, dass Japan Gräueltaten verharmlose. In dem Land kam es jedoch zu keinen anti-japanischen Protesten.

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