Zum Tode verurteilte Krankenschwestern
Libyen meldet Einigung im Aids-Prozess

Im Fall der in Libyen zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern hat es einen Durchbruch gegeben. Die Familien der Opfer haben laut der Stiftung von Staatschef Gaddafi eine finanzielle Entschädigung akzeptiert.

HB TRIPOLI. "Wir haben einen Kompromiss erreicht, der für die Familien der Opfer akzeptabel ist", sagte der Leiter der Gaddafi-Stiftung, Salah Abdessalem. Was das genau für die sechs zum Tode Verurteilten bedeutet, sagte er aber nicht. „Einzelheiten werden am Mittwoch bekannt gegeben“, hieß es.

Die fünf bulgarischen Krankenschwestern und der palästinensische Arzt, der in ihren Fall verwickelt ist, sitzen seit 1999 im Gefängnis. Die Einigung kam nur einen Tag, bevor das Oberste Gericht in Libyen im letzten Berufungsprozess zu dem Fall über die Todesstrafe entscheiden sollte.

Die sechs Angeklagten waren im Mai 2004 für schuldig befunden worden, in einem Krankenhaus in Benghasi 400 libysche Kinder absichtlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Das Todesurteil war im Dezember bestätigt worden. Die Verurteilten beteuern ihre Unschuld und führen die Aids-Infektionen auf die schlechten hygienischen Zustände in dem Krankenhaus zurück.

Der Fall ist zur Bewährungsprobe für die Entspannung im Verhältnis zwischen Europa und Libyen geworden. Zahlreiche europäische Politiker haben die Freilassung der sechs Verurteilten verlangt. Auch US-Präsident George W. Bush setzte sich für sie ein.

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