Zwei japanische Journalisten starben
Gefechte im Irak gehen weiter

Bei einem Angriff südlich von Bagdad sind zwei japanische Journalisten getötet worden. Die beiden Journalisten waren auf dem Weg vom Standort der japanischen Truppen in Samawa nach Bagdad. Unterdessen gehen die Gefechte zwischen US-Soldaten und Milizen des radikalen Schiiten- Predigers Muktada el Sadr in der irakischen Stadt Kufa trotz vereinbarter Waffenruhe weiter.

HB KAIRO/KUFA. Wie ein Arzt des Krankenhauses von El Mahmudija dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira mitteilte, waren die Leichen der beiden japanischen Journalisten nach dem Anschlag am Donnerstag in sein Krankenhaus gebracht worden. Mit ihnen saßen ein irakischer Dolmetscher und ein Fahrer im Auto.

Das irakische Regierungsratsmitglied Salama el Chafadschi, deren Konvoi am Vortag in der selben Region angegriffen worden war, gab der Besatzungsmacht indirekt die Schuld an der Attacke. Das Attentat sei Teil der Gewaltspirale im Irak, und die Besatzung sei verantwortlich für alles, was derzeit im Lande passiere, zitierte El Dschasira am Freitag die schiitische Politikerin. El Chafadschi war dem Attentatsversuch südlich von Bagdad unverletzt entkommen. Die Angreifer töteten jedoch ihren 18 Jahre alten Sohn Ahmed und einen ihrer Leibwächter.

Trotz einer vereinbarten Waffenruhe haben sich in der irakischen Stadt Kufa US-Soldaten und Milizen des radikalen Schiiten- Predigers Muktada el Sadr am Freitag neue Gefechte geliefert. Dabei wurde nach Angaben von Ärzten vor Ort ein Iraker getötet.

Die Besatzungstruppen im Irak gaben den schiitischen Milizen in Kufa Schuld an den neuen Feuergefechten. Bei einem Angriff am Vormittag seien zwei Soldaten verletzt worden, sagte eine US- Militärsprecherin am Freitag in Bagdad. Augenzeugen erklärten dagegen, die Kämpfe hätten begonnen nachdem US-Soldaten auf eine Gruppe von Irakern geschossen hätten, die auf dem Weg zum Freitagsgebet in der Moschee von Kufa gewesen seien. Milizionäre der „Mahdi-Armee“ hätten daraufhin die Soldaten unter Beschuss genommen. In der von El Sadr am Vortag unterzeichneten Vereinbarung, die der junge Prediger mit schiitischen Mitgliedern des Regierungsrats formuliert hatte, verpflichtete sich die Miliz zum Verlassen der beiden Städte, falls sich auch die Besatzungsarmee aus Nadschaf und Kufa zurückzieht. Ein Führungsmitglied der „Mahdi-Armee“, das seinen Namen nicht nennen wollte, erklärte, seine Miliz wolle sich an die Waffenruhe halten. Die Besatzungstruppen hätten die Einwohner von Kufa jedoch provoziert.

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