Zwei von Hisbollah-Miliz entführt
Israel muss sich um weitere Soldaten sorgen

Anhänger der libanesischen Hisbollah-Miliz haben zwei israelische Soldaten entführt. Der TV-Sender der pro-iranischen Gruppe erklärte, die Soldaten seien an der Grenze zum Libanon gefangen genommen worden. Die israelischen Streitkräfte weiteten unterdessen ihre Militäroffensive im Gazastreifen aus.

HB BEIRUT/GAZA. Das israelische Verteidigungsministerium hat am Mittwoch die Entführung von zwei Soldaten durch die libanesische Hisbollah-Miliz bestätigt. Die Hisbollah teilte mit, mit der Entführung solle die Befreiung von Häftlingen in israelischen Gefängnissen erreicht werden. Die israelische Armee teilte mit, man sei „zutiefst besorgt“ über das Schicksal zweier Soldaten. Ministerpräsident Ehud Olmert sprach von „schweren Tagen“, die das israelische Volk durchlebe. Zuletzt waren vor fast sechs Jahren drei israelische Soldaten nach Libanon entführt worden, ihre Leichen wurden später im Rahmen eines Gefangenenaustauschs nach Israel übergeführt.

Israelische Medien berichteten, israelische Soldaten seien nach der Entführung auf libanesisches Gebiet vorgedrungen und suchten mit Unterstützung von Hubschraubern nach den beiden Vermissten. Die Hisbollah teilte jedoch mit, die entführten Soldaten seien bereits an einem „sicheren Ort“. Hisbollah-Anhänger feierten in Vororten Beiruts und verteilten Süßigkeiten als Zeichen des Triumphs.

Raketen in Richtung Israel abgefeuert

Zuvor hatten Hisbollah-Kämpfer nach Angaben aus Sicherheitskreisen beider Länder dutzende Raketen und Granaten auf einen israelischen Grenzposten und eine Stadt abgefeuert. Israelische Soldaten erwiderten das Feuer auf libanesische Ziele im Grenzgebiet. Wie eine israelische Armeesprecherin weiter sagte, war zunächst unklar, ob der Angriff mit Katjuscha-Raketen, Mörsergranaten oder anderen Geschossen erfolgte. Berichte über Verletzte oder Sachschaden lagen zunächst nicht vor.

Es war der größte Gewaltausbruch in der Region seit Ende Mai. Die Bewohner seien aufgefordert worden, in Bunkern Schutz zu suchen, berichtete der israelische Rundfunk. In der Vergangenheit hatte die Hisbollah immer wieder das israelische Grenzgebiet angegriffen. Israel hatte seine Truppen nach 18 Jahren Besatzung im Mai 2000 aus der so genannten Sicherheitszone im Süden des Libanons abgezogen. Israel hat zur Befreiung eines verschleppten Soldaten auch eine Offensive im palästinensischen Gazastreifen gestartet.

Top-Hamas-Militärkommandeur verletzt

Bei einem israelischen Luftangriff auf Gaza ist am Mittwochmorgen unterdessen einer der meist gesuchten Bombenbauer der radikal-islamischen Hamas verletzt worden. Mohammed Deif, ein führender Kommandeur des militanten Arms der Hamas, sei bei dem Angriff auf ein Haus getroffen worden, sagte eine israelische Armeesprecherin. Israel macht Deif für zahlreiche blutige Terroranschläge verantwortlich. Mindestens zwei Versuche der israelischen Sicherheitskräfte, ihn gezielt zu töten, waren in der Vergangenheit fehlgeschlagen. Eine Bestätigung von der Hamas lag zunächst nicht vor.

Bei den Luftangriffen auf Gaza wurden zudem nach Angaben von Augenzeugen und Krankenhausärzten fünf Palästinenser getötet, darunter zwei Kinder. Insgesamt 15 Menschen seien verletzt worden. Bei Kämpfen östlich des Flüchtlingslagers Deir el-Ballah starb ein palästinensischer Polizist, ein zweiter wurde verletzt.

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