Zwei weitere Verdächtige festgenommen
Forscher soll keine Verbindung zu Al-Kaida haben

Der im Zusammenhang mit den Londoner Anschlägen verhörte ägyptische Forscher Magdy Elnaschar steht nach Angaben des Innenministeriums in Kairo nicht in Verbindung mit der Extremisten-Organisation Al-Kaida. Im pakistanischen Lahore sind unterdessen nach Angaben aus Geheimdienstkreisen zwei weitere Verdächtige festgenommen worden.

HB KAIRO/ISLAMABAD. Ägyptens Innenminister Habib al-Adli habe bekräftigt, dass Elnaschar keine Beziehung zu Al-Kaida habe, berichtete die Zeitung „Al-Gomhuria“ (Samstagausgabe), ohne den Politiker direkt zu zitieren. Al-Adli habe gesagt, westliche und arabische Medien hätten in der Angelegenheit vorschnell Schlüsse gezogen. Der 33-Jährige Wissenschaftler der Universität Leeds wurde nach früheren Angaben des Innenministeriums in Ägypten festgenommen und zu den Anschlägen in London verhört, bei denen vor gut einer Woche mindestens 54 Menschen getötet und etwa 700 weitere verletzt worden waren.

Elnaschar bestritt demnach aber, etwas davon gewusst zu haben. Er habe Großbritannien vor den Anschlägen für einen sechswöchigen Urlaub verlassen, von dem er aber wieder zurückkehren habe wollen. Die Londoner Polizei hatte gesagt, sie sei zuversichtlich, dass sie bei ihren Ermittlungen auf eine Verbindung zu Al-Kaida stoßen werde. Britische Zeitungen hatten berichtet, Elnaschar habe ein Haus im nordenglischen Leeds gemietet, das die Polizei durchsucht habe.

Die beiden im pakistanischen Lahore festgenommenen Verdächtigen stehen im Verdacht, Kontakt zu einem Attentäter pakistanischen Ursprungs gehabt zu haben, der in den vergangenen zwei Jahren zwei Mal nach Faisalabad und Lahore gereist war. In diese Richtung werde jedenfalls ermittelt, wie ein Vertreter des Geheimdienstes mitteilte. Nähere Angaben machte er nicht. Bei den in der Londoner U-Bahn und einem Bus verübten Bombenanschlägen waren vor gut einer Woche mindestens 54 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden.

Im Zusammenhang mit den Anschlägen waren am Freitag der Forscher in Ägypten und vier Verdächtige in Pakistan festgenommen worden. Shehzard Tanweer, einer der drei in Großbritannien geborenen Attentäter pakistanischer Abstammung, könnte nach Angaben der Geheimdienste Kontakt zu militanten Gruppen in Pakistan gehabt haben. Ein Vertreter sagte, Tanweer habe sich 2003 in Faisalabad mit dem Vertreter einer Gruppe getroffen, die in Verbindung mit der Extremisten-Organisation Al-Kaida stehe. Im Jahr 2004 sei Tanweer ein zweites Mal nach Pakistan gereist und habe in Lahore Moscheen und Religionsschulen besucht.

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