Zwischenfall in Syrien
Rebellen kündigen Freilassung von Uno-Beobachtern an

Syrische Rebellen haben auf Facebook angekündigt, die 21 verschleppten Uno-Soldaten in Kürze freizulassen. Zuvor hatte der Sicherheitsrat die Entführung scharf verurteilt und Einsatzkräfte in die Region geschickt.
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Berlin/DamaskusDie in Syrien verschleppten 21 philippinischen Blauhelm-Soldaten sollen angeblich bald freigelassen werden. Die Märtyrer-von-Jarmuk-Brigade teilte in der Nacht zum Donnerstag auf ihrer Seite im sozialen Netzwerk Facebook mit: „Sie stehen so lange unter unserem Schutz, bis wir ihren Transport in ein sicheres Gebiet organisieren können.“

Die Vereinten Nationen sollten ihrerseits ein „Sicherheitskomitee“ bilden, um die Uno-Soldaten in Empfang zu nehmen, da das Gebiet im Südwesten der Provinz Daraa von den Regierungstruppen bombardiert werde. Von früheren Erklärungen zu dem Zwischenfall distanzierte sich die Führung der Brigade.

Ein Sprecher der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) sagte dem Nachrichtenportal „Zaman al-Wasl“, er erwarte, dass die Blauhelme binnen weniger Stunden freigelassen werden. Peinlich war die Entführung vom Mittwoch für die Rebellen auch, weil am gleichen Tag der Generalstabschef der FSA, Oberst Salim Idriss, die EU-Staaten um die Lieferung moderner Waffen gebeten hatte.

Der Uno-Sicherheitsrat hat die Entführung auf das Schärfste verurteilt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte am Donnerstag in Berlin: „Neutrales Personal der Vereinten Nationen darf nicht zum Spielball der Interessen im syrischen Bürgerkrieg werden.“

Die Uno hatte bereits Truppen in das Gebiet entsandt, um die Situation zu klären. Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, die Sicherheit der Uno-Mitarbeiter müsse von allen Beteiligten gewährleistet werden.

Die Uno bestätigten ein auf YouTube verbreitetes Video, auf dem zu sehen ist, wie Rebellen einen Konvoi unter ihre Kontrolle bringen. Die Aufständischen fordern darin, dass sich die Streitkräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad aus einem Dorf in der Nähe der Golanhöhen zurückziehen sollten. Nach Angaben der syrischen Beobachterstelle für Menschenrechte handelt es sich bei den Uno-Beobachtern um Soldaten aus den Philippinen. Die Uno machten keine Angaben zur Nationalität der gefangengenommenen Blauhelme.

In der Vergangenheit waren Granaten und Raketen sporadisch auf den von Israel annektierten Golanhöhen eingeschlagen. Syrischen Truppen ist ein Zutritt dorthin nicht gestattet. Das Gebiet wird seit 1974 von Uno-Friedenstruppen überwacht. Der Einsatz steht in keinem Zusammenhang mit dem jüngsten Konflikt in Syrien. Im Zuge des seit zwei Jahren andauernden Aufstands gegen Assad sind nach Uno-Schätzungen etwa eine Million Menschen aus dem Land vertrieben worden, mehr als 70.000 wurden getötet.


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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zwischenfall in Syrien: Rebellen kündigen Freilassung von Uno-Beobachtern an"

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  • Wenn ich 'Menschenrechtskiosk' aus London lese, rollen sich mir die Fussnaegel. Wann ist endlich Schluss mit dieser Rebellen/Terroristenpropaganda und wann gibts wieder Presse? Da mag sich Herr Abdelrahman noch so anstrengen neutral zu wirken. Wer glaubt was der erzaehlt, glaubt auch an den Osterhasen.

  • ... vllt wacht man jetzt'mal langsam in seiner ewigen Verklärung der syrischen Opposition auf!

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