Zypern
UN-Gesandter bricht Gespräche vorzeitig ab

Die Vereinten Nationen bemühen sich seit Jahren um eine Wiedervereinigung Zyperns. Ein UN-Gesandter sprach mit den Führern beider Seiten. Aber auch dieses Mal waren die Ansichten unvereinbar.
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NikosiaDie Gespräche zur Wiedervereinigung Zyperns sind vorerst gescheitert. Der UN-Gesandte Espen Barth Eide erklärte am Freitag, er sehe derzeit keine Chance, dass sich die griechische und die türkische Seite auf ein gemeinsames Gipfeltreffen einigen könnten.

Eide hatte sich zuvor zu getrennten Gesprächen mit dem griechisch-zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades und dem türkischem Volksgruppenführer Mustafa Akinci getroffen. Dabei ging es um die Modalitäten für ein Gipfeltreffen in Genf, auf dem ein Abkommen zur Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel geschlossen werden sollte.

Die Führer beider Seiten hätten keine gemeinsame Basis gefunden, erklärte Eide. Daher sei eine Fortsetzung der Gespräche nicht sinnvoll. Er habe beide über seine Entscheidung informiert und werde nun mit UN-Generalsekretär António Guterres darüber beraten, wie es weitergehen solle.

Der Sprecher der Vereinten Nationen in Zypern, Aleem Siddique, sagte, der Friedensprozess sei damit nicht zu Ende. Nun hänge es von der politischen Führung beider Inselteile ab, über die nächsten Schritte zu entscheiden.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Der türkische Norden wird international nur von der Türkei anerkannt. Die griechisch geprägte Südhälfte gehört zur EU und dem Euro-Währungsraum. In den vergangenen zwei Jahren hatten beide Seiten Fortschritte in der Frage erzielt, wie in einem möglichen künftigen Bundesstaat die Befugnisse verteilt werden sollen. Strittig waren jedoch weiterhin die Zukunft der türkischen Soldaten in Zypern und die Größe des jeweils zu verwaltenden Territoriums.

Die Türkei hat derzeit 35.000 Soldaten im Norden der Insel stationiert. Die griechische Seite fordert, dass im Rahmen eines Friedensvertrags alle abgezogen werden und eine internationale Polizeitruppe die Sicherheit garantiert. Die türkischen Zyprer lehnen das ab.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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