Angst und Panik macht sich breit
Rezession in Singapur

Die Börsen in Südostasien haben am Freitag weiter schwere Einbrüche verzeichnet. Singapur, das reichste Land der Region, rutschte nach zwei Quartalen mit schrumpfender Wirtschaft technisch in eine Rezession.

HB SINGAPUR. "Die Welt ist in einen Sturm auf den Finanzmärkten geraten und dunkle Wolken ziehen an unserem Horizont auf", sagte Regierungschef Lee Hsien Loong. Der Straits Times Index verlor mehr als sieben Prozent auf 1948 Punkte.

Singapurs stark exportorientierte Wirtschaft schrumpfte im dritten Quartal um 6,3 Prozent auf Jahresbasis, nach minus 5,7 Prozent im zweiten Quartal. Für 2008 schraubte das Handelsministerium seine Wachstumsprognose auf drei Prozent herunter. 2007 hatte Singapur noch mehr als sieben Prozent zugelegt. Asien könne die Folgen der weltweit nachlassenden Konjunktur nicht vermeiden, sagte Lee. "Es wird dauern, bis die Angst und die Panik, die sich an den Finanzmärkten breitmachen, vorüber sind."

Die Börse in Thailand brach um 9,6 Prozent auf 451 Punkte ein. Am Nachmittag wurde der Handel kurzzeitig automatisch unterbrochen, weil die Verluste über zehn Prozent lagen. "Der Einbruch an der Wall Street war der Hauptgrund, aber Thailands politische Instabilität machte es noch schlimmer", sagte ein Analyst.

Die Regierung wird seit Wochen von Straßendemonstrationen unter Druck gesetzt. In Jakarta blieb die Börse geschlossen. Die Maßnahme sei notwendig, um Investoren zu schützen, sagte ein Sprecher. Der Handel war am Mittwoch ausgesetzt worden, nach Verlusten von 21 Prozent über drei Tage. "Wir müssen Ruhe bewahren und rational bleiben, und gleichzeitig versuchen zu verhindern, dass die Krise die indonesische Wirtschaft erreicht", sagte Präsident Susilo Bambang Yudhoyono.

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