Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um ein Prozent
IWF sieht 2005 höheres Wachstum in Deutschland

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet im laufenden Jahr in Deutschland offenbar mit einem höheren Wachstum als bisher. Gleichzeitig senkt der Fonds aber seine Erwartungen für 2006. Zudem soll Deutschland die Defizitziele des Stabilitätspaktes erneut deutlich verfehlen.

HB BERLIN. Der IWF geht nach aus mit den Zahlen vertrauten Kreisen nach den so genannten Artikel-IV-Konsultationen 2005 von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um ein Prozent aus. Zuvor waren die IWF-Experten noch von 0,8 Prozent ausgegangen.

Für das kommende Jahr habe der IWF seine Einschätzung jedoch nach unten korrigiert. Der Fonds prognostiziere jetzt nur noch eine Zunahme der Wirtschaftsleistung von 1,3 Prozent. Im zuvor veröffentlichen Weltwirtschaftsausblick waren es noch 1,8 Prozent gewesen.

Deutschland wird nach den Angaben zudem auch im laufenden Jahr die Defizitziele des Stabilitätspaktes deutlich verfehlen. Die IWF-Experten gingen von einem Defizit von 3,8 Prozent des BIP aus. Im kommenden Jahr werde die Zahl nur geringfügig niedriger sein. Offiziell wollen IWF und die Bundesregierung die Zahlen am Mittwoch veröffentlichen.

Die Revision der Wachstumserwartungen für das laufende Jahr dürfte auf die gute Entwicklung der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal zurückzuführen sei. Zwischen Januar und März war die deutsche Wirtschaft mit einem Prozent so stark gewachsen wie seit Jahren nicht mehr. In die Frühjahrsberechnung des IWF war diese Zahl noch nicht eingeflossen.

Sollte das Defizit in diesem und im nächsten Jahr erneut oberhalb der drei Prozent liegen, würde Deutschland das Maastricht-Kriterium zum vierten beziehungsweise zum fünften Mal in Folge verletzen. Bundesfinanzminister Hans Eichel hatte wiederholt deutlich gemacht, dass es in diesem Jahr schwierig sein wird, die Defizitobergrenze einzuhalten.

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