Arbeitsmarkt
Finanzkrise gefährdet das deutsche Jobwunder

Die Kurs-Talfahrt an den Börsen könnte sich schon bald im Alltag bemerkbar machen. Was bedeutet die Krise für die deutsche Konjunktur, steigen jetzt die Preise? Antworten auf die wichtigsten Fragen.
  • 2

Berlin/HamburgDie deutsche Industrie boomt, werden wir überhaupt etwas von einer Krise spüren?

„Es geht Deutschland sicher besser als der Weltwirtschaft“, sagt der Forschungsdirektor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Michael Bräuninger. Aber: „Für die USA besteht die Gefahr einer Rezession. Das würde auch Deutschland belasten.“ Denn wenn die USA weniger Konsumgüter in Schwellenländern bestellten, würde auch die Nachfrage nach deutschen Maschinen oder Produktionsanlagen dort wegfallen. Außerdem sind die USA als Exportland sehr wichtig für deutsche Autokonzerne.

Wie wirkt sich die Krise am deutschen Arbeitsmarkt aus?

Die Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen Jahren kräftig gefallen, im Juli waren 2,9 Millionen Menschen ohne Job, fast 250.000 weniger als ein Jahr zuvor. Doch die gute Entwicklung - die Bundesagentur für Arbeit rechnet für 2012 mit nur noch 2,7 Millionen Jobsuchern - gerät in Gefahr: „Die Entwicklung am Arbeitsmarkt wird nicht so positiv verlaufen, wie wir es bisher erwarten“, sagt der Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Scheide.

Ist meine Lebensversicherung jetzt in Gefahr, wenn Aktienkurse fallen und Staatsanleihen, wie am Freitag in den USA passiert, unsicherer werden?

Nein. Die deutschen Lebensversicherer haben laut Verband GDV nur 3,2 Prozent ihrer Anlagen in Aktien angelegt. Der überwiegende Teil steht in Pfandbriefen, Anleihen oder Immobilien. Die leichte Herabstufung der USA durch eine Ratingagentur auf die nur noch zweitbeste Stufe setzt die Branche laut GDV-Sprecherin Daniela Röben nicht unter Druck: „Wir sehen darin keine Konsequenzen für die Kapitalanlagetätigkeit.“ Röben erinnert daran, dass die Versicherer ihre Anlagen in aller Regel sehr langfristig halten. Kurskapriolen an Aktienbörsen oder auch bei Staatsanleihen vermindern deshalb nicht unmittelbar die Summe, die am
Ende an die Versicherten geht. Die laufenden Überschüsse der Branche liegen zurzeit bei 4,1 Prozent. Garantiert ist ein Zins von 2,25 Prozent, ab Januar noch von 1,75 Prozent.

Wie werden sich die Preise für Alltagsprodukte entwickeln?

Obwohl die Notenbanken zuletzt viel frisches Geld in Umlauf gebracht haben, droht laut Expertenansicht keine schwere Inflation. „Die Geldpolitik wird weiter expansiv bleiben wird, es droht aber trotzdem keine drastische Preiserhöhung“, sagt HWWI-Ökonom Bräuninger. Wegen der Abschwächung der Konjunktur werden sich nach seiner Einschätzung höhere Preise nur noch schwer durchsetzen lassen.

Seite 1:

Finanzkrise gefährdet das deutsche Jobwunder

Seite 2:

Energiepreise sinken sogar

Kommentare zu " Arbeitsmarkt: Finanzkrise gefährdet das deutsche Jobwunder"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kann mich "Kalle " nur anschließen.Es ist an der Zeit mit
    solchen dummen Sprüchen vom " Jobwunder - Turboaufschwung-
    und anderen schwachsinnigen Formulierungenmaufzuhören.Wir Bürger sind es leid dauernd mit Sprüchen konfrontiert zu werden.

  • Welches Jobwunder? Das hat es nie gegeben, denn hochqualifizierte sind ausgewandert und Zeitarbeiter in Leichtlohngruppen eingestellt worden. Jetzt kann die Wahrheit raus, da ein Schuldiger gefunden ist, die Finanzkrise!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%