Arbeitsmarkt
US-Jobmarkt steuert auf Katastrophe zu

Die Arbeitslosenquote in den USA ist auf den höchsten Stand seit 25 Jahren gestiegen. Im März verlor die größte Volkswirtschaft der Welt durch die schwere Konjunkturkrise 663.000 weitere Jobs. Experten befürchten katastrophale Auswirkungen auf den Konsum. Damit könnte die Rezession noch lange andauern.

HB WASHINGTON. Der Jobabbau in den USA hat sich im März überraschend kräftig beschleunigt. Insgesamt fielen 663 000 Jobs weg, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Im Vormonat war der Stellenabbau mit 651 000 niedriger ausgefallen.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten für März nur ein Minus um 650 000 erwartet. Die Arbeitslosenquote erreichte mit 8,5 Prozent das höchste Niveau seit 1983. "Dieser Bericht wird die Verbraucher bis ins Mark erschüttern, und wenn sie ihr Geld nicht ausgeben, könnte die Rezession noch das ganze Jahr andauern", sagte Chris Rupkey von der Bank of Tokyo UFJ. -Mitsubishi Er sieht die düstersten Konjunkturprognosen durch diesen Bericht bestätigt. "Wir könnten schon bald alle auf Lebensmittelmarken angewiesen sein, wenn die Firmen den Jobabbau nicht drosseln."

"Der Anstieg der Arbeitslosenquote ist noch nicht vorbei und der Zuwachs im März wird nicht der letzte gewesen sein", sagte der US-Chefökonom der Regionalbank PNC der Wirtschaftsagentur Bloomberg. "Angesichts wegfallender Stellen und anhaltendem Druck auf Gehälter bleiben die Verbraucherausgaben schwach."

Auch nach Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist in den USA noch kein Ende der schrecklichen Nachrichten vom Arbeitsmarkt zu erkennen. Der annualisierte Rückgang des Arbeitsvolumens im ersten Quartal übertreffe noch den Rückgang im Schlußquartal 2008, heißt es in einer Studie. Daher sei zu befürchten, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal abermals deutlich geschrumpft ist. Gegen Ende des Jahres sollte die US-Wirtschaft die Rezession aber überwinden. Gründe seien die expansive Geld- und Fiskalpolitik zusammen mit der Entlastung aus niedrigeren Energiepreisen. An Wirtschaftsindikatoren könne man diese Prognose aber (noch) nicht festmachen. Die aktuelle Lage sei nach wie vor denkbar düster.

Die fortgesetzte Verschlechterung des US-Arbeitsmarktes belastet nach Einschätzung der Commerzbank die Kaufkraft der privaten Verbraucher. "Zum einen velieren viele Menschen ihre Jobs, zum anderen wird sich der Lohnzuwachs in den nächsten Monaten weiter abschwächen", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Die Konsumenten seien vorerst damit beschäftigt, ihre Verschuldung abzubauen. Außerdem hätten sie in den letzten Quartalen massive Vermögensverluste erlitten. All das spreche für eine steigende Sparquote. Viel Geld für zusätzlichen Konsum bleibe da nicht übrig. Im März sei die Beschäftigung weiter eingebrochen. Somit habe der Arbeitsmarktbericht die erwartet schlechten Nachrichten gebracht.

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