Arbeitsplatzverlust geht weiter
Stimmung im Handwerk aufgehellt

Nach Verbandsangaben hat sich im Sommer die Stimmung im deutschen Handwerk deutlich verbessert. Insgesamt bleibe die Lage aber anspannt, der Arbeitsplatzverlust geht weiter.

HB BERLIN. Nach dem konjunkturellen Einbruch zum Jahresbeginn habe sich die Stimmung der Betriebe wegen einer für die Jahreszeit typischen Belebung im dritten Quartal gebessert, teilte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Montag in Berlin mit. „Damit kehrt das Handwerk auf den seit 2003 eingeschlagenen Pfad einer allmählichen Stabilisierung zurück.“ Allerdings vollziehe sich dies erneut nur in kleinen Schritten und weiter auf niedrigem Niveau. „Die wirtschaftliche Situation im Handwerk bleibt angespannt, das Geschäftsklima im langfristigen Vergleich unterkühlt.“ Für 2006 erwartet der ZDH lediglich eine weitere Verlangsamung des Abwärtstrends.

Wegen des schlechten Starts gehen im deutschen Handwerk in diesem Jahr laut ZDH 120 000 Arbeitsplätze verloren (minus 2,4 %). Für das kommende Jahr rechnet Schleyer abermals mit einem Aderlass von 60 000 bis 80 000 Stellen. Noch immer berichteten mehr Betriebe über Entlassungen als über Einstellungen. Die Preise im Handwerk stünden weiter unter Druck, und für Investitionen gebe es nur geringe Spielräume. Viel hänge davon ab, dass die neue Bundesregierung die wirtschaftspolitischen Weichen richtig stelle.

„Wir können davon ausgehen, dass die Umsätze im Handwerk 2006 nur noch leicht zurückgehen - bis minus ein Prozent“, sagte ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer in Berlin. Auch der Beschäftigungsabbau werde sich verlangsamen, es würden voraussichtlich 60 000 bis 80 000 weitere Stellen verloren gehen. Wegen des schlechten Starts gehen im deutschen Handwerk in diesem Jahr laut ZDH 120 000 Arbeitsplätze verloren (minus 2,4 %). „Dabei gehen wir davon aus, dass die Bauinvestitionen auch im kommenden Jahr weiter rückläufig bleiben und die Bau- und Ausbauhandwerke erneut den größten Teil der Mitarbeiterverluste verzeichnen werden“, sagte Schleyer. Dabei sei die Entwicklung der Binnenkonjunktur und damit die Weichenstellungen der neuen Bundesregierung entscheidend.

Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer lehnte Schleyer ab. „Dies würde Aufträge und Investitionen einbrechen lassen und die Schwarzarbeit stärken“, warnte er. Sollte die Mehrwertsteuer dennoch erhöht werden, werde sich der ZDH dafür einsetzen, im Gegenzug den Mehrwertsteuersatz auf arbeitsintensive Dienstleistungen zu senken. In Frankreich und den Niederlanden sei dies bereits mit Erfolg getestet worden. Außerdem gebe es einen entsprechenden Vorschlag Großbritanniens für die Europäische Union.

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