Auswege aus der Krise
„PIGS-Staaten aus Euro-Zone werfen“

Die unter wachsendem Druck stehenden Schuldenländer der Euro-Zone rufen immer lauter nach neuen Instrumenten zur Abwehr einer Staatspleite. Ein einfaches Rezept für einen Neuanfang des krisengeschüttelten Europas hat der renommierte Ökonom Max Otte: die Schuldensünder aus der Euro-Zone werfen, anschließend eine Kerneurozone bilden.
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DÜSSELDORF. Der renommierte Krisenökonom Max Otte hat sich angesichts der Debatte über Auswege aus der europäischen Schuldenkrise für einen grundlegenden Neuanfang in der Europäischen Union ausgesprochen. „Griechenland, Irland, Spanien und Portugal sollten aus der Euro-Zone entlassen werden“, sagte der Wirtschaftsprofessor an der Fachhochschule Worms Handelsblatt Online. Das entspräche der ökonomischen Theorie, dass für eine Währungsunion auch ein einheitliches Wirtschaftsgebiet nötig sei. „Natürlich würde ein solcher Schritt auch einige Turbulenzen mit sich bringen und müsste durch Überbrückungsprogramme und –Kredite der starken Staaten abgesichert werden“, räumte Otte ein. „Aber letztlich könnten dann die Staaten wieder ihre eigene Politik bestimmen, die Banken würden vorsichtiger, und wir hätten wieder Marktwirtschaft.“

Otte warf in diesem Zusammenhang der Politik vor, sich immer mehr in Richtung Staatswirtschaft zu entwickeln, diktiert von einem Europa von Brüssel mit „zweifelhafter“ demokratischer Legitimität. „Ich bin für eine Kerneurozone und darüber hinaus für ein System fester, aber anpassungsfähiger Wechselkurse“, skizzierte er seine Lösung der europäischen Schuldenproblematik. Das Europäische Währungssystem habe von 1978 bis zur Einführung des Euro „hervorragend“ funktioniert. „Es war genau die richtige Lösung für Europa.“ Die Aufwertung würde der Exportindustrie in der Kerneurozone zwar zunächst zu schaffen machen, aber genau das sei der Anpassungsprozess, der nötig sei. „Spiegelbildlich wären die Exporte der Schwachwährungsländer begünstigt“, so Otte. „So würde automatisch passieren, was heute politisch kontrovers und zum Teil hysterisch diskutiert wird: Wir würden zur Marktwirtschaft zurückehren.“

Otte plädierte überdies für eine geordnete Umschuldung und Insolvenz von Staaten. „Denn wir haben ja nicht Griechenland oder Irland gerettet, sondern die dort exponierten Banken, übrigens auf Kosten der Bevölkerung der jeweiligen Länder und Deutschlands.“ Staatsinsolvenz bedeute für ihn Forderungsverzicht oder Umstrukturierung der Schulden, aber nicht Abwicklung des Staates, betonte der Ökonom. Den jetzt gefundenen Kompromiss, im Grenzfall gegebenenfalls die Gläubiger, also die Banken, einzubeziehen, hält Otte dagegen für zu weich.

Für „fatal“ hält der Wirtschaftsprofessor die Forderung nach einer europäischen Anleihe. „Dann könnten sich die unsolideren Länder ohne Schranken voll aus der guten Kreditwürdigkeit der solideren Länder bedienen“, warnte Otte. „Das ist, wie wenn der arme Neffe den Kredit des reichen Onkels unbegrenzt anzapfen darf. Irgendwann ist dann auch die Kreditwürdigkeit des Onkels ruiniert.“

Portugal hatte sich am Dienstag der Forderung Italiens und Luxemburgs angeschlossen, die Staatsschulden künftig über gemeinsame Euro-Anleihen zu finanzieren. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert eine umfassende Lösung, statt Land für Land unter den von ihm mitgetragenen Euro-Schutzschirm zu ziehen. „Die Salamitaktik ist kein gutes Herangehen“, mahnte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Athen. Die Lage sei ernst - die Einheit Europas stehe auf dem Spiel.

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Kommentare zu " Auswege aus der Krise: „PIGS-Staaten aus Euro-Zone werfen“"

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  • @[39] Hasengold,
    als H4er kann ich auch gut schlafen, um mein Gold brauche ich mich keine Sorgen machen. Das hat auch zur Hälfte die Kasse bezahlt.


  • Es gibt in der Volkswirtschaftslehre das Ziel des Magischen Vierecks. Als Magisches Viereck bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre ein System von den vier wirtschaftspolitischen Zielen: angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum, Preisniveaustabilität, hoher beschäftigungsstand und außenwirtschaftliches Gleichgewicht. in Zahlen ausgedrückt: 2 Prozent inflation =ist gleichbedeutend mit Preisstabilität 2 Prozent Arbeitslosigkeit =Vollbeschäftigung Das heißt die bundesbank hatte das Ziel von 2 Prozent inflation und dieses ist wünschenswert. Diese Ziele wurden durch unterschiedliche innen- und Außenpolitische Maßnahmen immer gestört. innenpolitisch durch die Regierung durch übermäßige Schuldenaufnahme (siehe Geldschöpfung") oder durch die extreme Erhöhung der indirekten Steuern (z. b. MWST) Außenpolitisch in den 70ern durch die hohe inflation der Amerikaner oder Poltische gewollte Verteuerung der Rohstoffe (Ölschock). Die EZb hat dieselben Aufgaben. Wichtig ist es natürlich für die bundesbank die übermäßige Verschuldung des Staates zu begrenzen durch eine straffe Geldpolitik und eine Erhöhung der Zinsen, damit der Schuldner diszipliniert wird. Dieses Korrektiv fehlt jetzt, damit ist es leichter für die Regierung Schulden aufzunehmen. Die Regierungen in der bRD haben kein interesse ihre Schulden abzubauen noch ist es politisch von einigen "Klassen" gewollt die Arbeitslosigkeit zu verringern. Wir 73 Millionen Deutsche bezahlen immer höhere Steuern und Abgaben und unser "Staat" ist nicht in Lage einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen? Den letzten ausgeglichenen Haushalt hatten wir 1968 unter den Finanzminister Franz Josef Strauß. Wir haben ein Ausgabenproblem!!!! Wir geben zu viel Geld für "ideologische Träumereien" aus zum Schaden der bRD und unseren Volkes. Gastarbeiterproblem: 50 MRD Euro EG : circa 23 MRD Euro Das sind nur zwei von vielen beispielen aber die teuersten. Wir investieren zuwenig Geld in bildung und Familie (Kinder sind kein Wirtschaftsgut) unsere Forschungsausgaben sind unter 3 Prozent des bSP!!! Zum anderen "Konsumieren" wir den Wohlstand von Gestern durch zu hohe Gesundheitsausgaben oder Sozialleistungen. Unserer Gesellschaft wird Älter, Kleiner und Ärmer, unser Land muß derzeit steigender belastungen (Schuldenlast, Gastarbeiterproblem, EG etc.) mit immer weniger Mitgliedern bestreiten. Die Folgen sind weitere Steuererhöhungen und höhere Sozialabgaben mit der einhergehend steigenden Arbeitslosigkeit. Die nächsten zwanzig Jahre werden sehr schwer für uns!!!! Das können wir zwar nicht mehr ändern aber wir können/müßen umsteuern. Zum einen unsere belastungen reduzieren (Rückführung der Gastarbeiter, Schuldenabbau und die Verringerung der beiträge für EG) besser wäre es ein Assoziiertes Mitglied der EG zu werden. Zum andern die Familien mit den Singlehaushalten Finanziell gleichsetzen und nicht weiter benachteiligen damit unter anderen die Geburtenrate mit der Sterberate möglichst bald wieder übereinstimmen bzw. eine leicht steigende bevölkerung. Die Ausgaben für bildung und Forschung sind zu erhöhen.


  • @[38] H.Glück,
    es ging hier darum irgend welche Staaten aus der Euro-Zone raus werfen. No way! Das ist nur Populismus.
    Aber auch Deutschland könnte die Euro-Zone nur dann verlassen wenn Es auch die EU verläßt, es sei denn alle andere sind einverstanden und unterschreiben, was sehr unwahrscheinlich ist.

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