Auswirkungen des Klimawandels
„Weltwirtschaft droht Depression“

Eine britische Studie sorgt für Aufsehen. Danach sollten sich nicht nur Umweltschützer, sondern auch Konzernlenker Sorgen um den Klimawandel machen. Das Szenario ist erschreckend: Von einer Weltwirtschaftskrise wie in den dreißiger Jahren ist die Rede.

HB LONDON. Wenn ein dramatisches Schrumpfen der Weltwirtschaft mit verheerenden sozialen Folgen noch verhindert werden soll, muss der Kampf gegen die Erderwärmung nach einer neuen Studie international höchste Priorität bekommen. Durch den Klimawandel drohe der internationalen Wirtschaft ein Rückgang um rund 20 Prozent, heißt es in der am Montag in London vorgelegten Untersuchung.

Die Welt könne in eine Depression schwerer als jene Anfang der 30er Jahre abgleiten. Mehr als 200 Millionen Menschen könnten auf der Flucht vor Überschwemmungen oder Dürren Aufnahme in fremden Ländern suchen.

Premierminister Tony Blair und Schatzkanzler Gordon Brown appellierten an die internationale Gemeinschaft, gemeinsame Abwehrmaßnahmen gegen die drohende Gefahr nicht mehr länger hinauszuzögern. Die Folge weiterer Inaktivität wäre „im wahrsten Sinne des Wortes katastrophal“, sagte Blair. „Und dieses Desaster droht nicht in einer fernen Science-Fiction-Zukunft, sondern in unserer Lebenszeit.“

„Wir haben aber noch die Zeit und wir haben das Wissen zu reagieren“, erklärte der Leiter der von der britischen Regierung im Sommer 2005 in Auftrag gegebenen Untersuchung, der Wirtschaftswissenschaftler Sir Nicholas Stern. „Aber nur, wenn wir weltweit entschlossen und rasch handeln.“

»  Die komplette Studie (Englisch)

Blair vermied es in seinem Appell an die internationale Gemeinschaft, direkt die USA und deren Weigerung anzusprechen, sich wieder dem Kyoto-Umweltschutzabkommen anzuschließen. Jedoch macht der der 700 Seiten umfassende Stern-Bericht deutlich, dass nach Auffassung seiner Autoren entschlossene internationale Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase im Gegensatz zur Argumentation der US- Regierung am Ende mehr Geld einbringen als kosten würden.

Blair sagte dazu bei der Vorstellung des Berichtes: „Investitionen werden sich auszahlen, nicht nur für die Umwelt, sondern auch wirtschaftlich.“ Die Welt könne allerdings nicht „wieder fünf Jahre verhandeln wie beim Kyoto-Abkommen - wir haben so viel Zeit einfach nicht und wir müssen akzeptieren, dass wir weit darüber hinaus gehen müssen“.

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