Banken zu Kosteneinsparungen ermahnt
Welteke gegen Lockerung der Geldpolitik

Bundesbankpräsident Ernst Welteke erwartet durch eine weitere Lockerung der Geldpolitik keinen zusätzlichen Schwung für das Wirtschaftswachstum, so ein Zeitungsbericht. Zudem ermahnte er einem weiteren Zeitungsbericht zufolge die deutschen Banken zu Kosteneinsparungen.

HB FRANKFURT. „Die Zinsen in Europa befinden sich auf historisch niedrigem Niveau. Die Geldpolitik steht dem Aufschwung nicht im Wege“, sagte Welteke in einem redaktionell bearbeiteten Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Das gelte im übrigen nicht nur für den Euroraum, sondern für die gesamte Weltwirtschaft. „Die Liquiditätsversorgung der Wirtschaft ist eher zu reichlich als zu gering“, sagte Welteke. Bereits zuvor hatte das Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) die Wirkung weiterer Zinssenkungen angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus bezweifelt.

Welteke bezeichnete dem Bericht nach die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte in Deutschland als „absolut wichtig“. Geschehe dies nicht, drohe zum einen ein Vertrauensverlust in der Bevölkerung und zum anderen ein Konflikt mit der Geldpolitik. „Wenn die Finanzpolitik ihren Spielraum ausgeschöpft hat, kommen die Politiker leicht auf die Idee, Druck auf die Notenbank auszuüben. Oder sie wollen an die Devisenreserven ran“, sagte er der Zeitung. Als „Minimum“ fordere er eine Rückführung des Budgetdefizites auf weniger als drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes im kommenden Jahr.

Auch in den USA sei eine Konsolidierung der Staatsfinanzen notwendig. „Die Amerikaner müssen mehr sparen.“ Stattdessen setzten die USA seinem Eindruck nach aber auf eine Abwertung des Dollar.

Zur Diskussion über eine Verlängerung des in einem Jahr ablaufenden Goldabkommens von 15 europäischen Notenbanken sagte er, die Bundesbank wolle sich die Option eröffnen, künftig einen Teil ihrer Goldreserven von 3500 Tonnen zu verkaufen. „Das machen wir aber nur, wenn klar ist, dass die beim Verkauf realisierten stillen Reserven nicht an den Bundesfinanzminister überwiesen werden müssen.“ Nach dem 1999 geschlossenen Vertrag dürfen die beteiligten Zentralbanken jährlich nicht mehr als 400 Tonnen Gold verkaufen, um einen Einbruch des Goldpreises zu verhindern.

"Deutsche Banken müssen sparen"

Bundesbank-Präsident Ernst Welteke hat zudem die deutschen Banken zu Kosteneinsparungen ermahnt. „Es gibt noch genug zu tun, vor allem auf der Kostenseite“, sagte Welteke der Zeitung „Financial Times Deutschland“ einem Vorabbericht auf ihrer Website zufolge. „Es gibt aber nun weniger Potenzial für Rückschläge. Wir können die Situation entspannter beobachten als vor einem Jahr.“ Welteke verwies auf einen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF), der den Instituten eine schwache Ertragslage bescheinigt und Fusionen als Mittel anmahnt, um dies zu ändern. „Ich kann den Kreditinstituten nur raten, den IWF- Bericht aufmerksam und ernsthaft zu lesen“, sagte er der Finanzzeitung.

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