Baustelle Bundesbank
Eine Institution kämpft um ihren Ruf

Der Showdown begann um zwölf Uhr mittags. In der biederen 70er-Jahre-Atmosphäre der Konferenzetage im zwölften Stock trifft sich der Vorstand der Deutschen Bundesbank. Doch einer der acht Sessel bleibt frei, der von Notenbankpräsident Ernst Welteke. Die übrigen sieben Vorstände müssen über das Schicksal ihres Chefs entscheiden, der nach der Affäre um die vier Nächte im Berliner Luxushotel Adlon auf Kosten der Dresdner Bank kaum noch zu halten ist.

mm/rez FRANKFURT. Eine Entscheidung haben die sieben auch fünf Stunden später noch nicht getroffen. Vielleicht, weil sie sich auch fragen müssen, ob die Bundesbank nach der Affäre einfach so weitermachen kann wie bisher oder ob der Reformprozess nicht noch viel tiefer gehen muss – angefangen bei der Führung selbst.

„Der Glaubwürdigkeit der Bundesbank leidet, die Institution ist beschädigt“, bringt der Bonner Wirtschaftsprofessor Manfred J.M. Neumann die Meinung vieler Wissenschaftler und Bankenvolkswirte auf den Punkt. Und Neumann sieht Reformbedarf an der Führungsspitze. „Ich glaube, dass der Vorstand überfordert ist, wenn er ein Mitglied aus seinen eigenen Reihen sanktionieren soll.“ Der Wissenschaftler...

 
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