„Beige Book“ der US-Notenbank
US-Wirtschaft legt weiter zu

Trotz hoher Spritpreise geht die US-Konjunktur nach Einschätzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve mit Schwung in den Sommer. Die wirtschaftliche Aktivität habe zwischen Mitte April und Ende Mai weiter zugenommen, erklärte die Fed in dem am Mittwoch veröffentlichten neuen „Beige Book“.

HB WASHINGTON. In ihrem Konjunkturbericht verweist die Fed auf einen Anstieg der Industrieproduktion im laufenden Quartal und eine gesteigerte Kauflust der Verbraucher. Für das im Juni zu Ende gehende zweite Quartal rechnen die Experten mit einem Wirtschaftswachstum von 2,3 bis 3 Prozent nach 0,6 Prozent im ersten Quartal. Sie betonte allerdings, dass die Energiepreise deutlich gestiegen seien. Für den Konjunkturbericht wurden die Daten von zwölf regionalen Notenbanken ausgewertet.

Der Bericht, der von der Federal Reserve Bank of Philadelphia erstellt wurde, dient zur Vorbereitung der nächsten Zinsentscheidung am 27./28. Juni. In den jüngsten Tagen hatte die Furcht vor höheren Zinsen zu Kursverlusten an den Aktienmärkten und zu steigenden Renditen an den Anleihemärkten geführt. Eine weitere Zinserhöhung der US-Zentralbank in diesem Jahr wird nicht mehr völlig ausgeschlossen.

Zwar hätten die meisten Regionen höhere Energie- und Rohstoffpreise verzeichnet, doch der allgemeine Preisdruck sei moderat geblieben. „Die Berichte aus den Distrikten deuteten nicht auf eine Zunahme des allgemeinen Preisdrucks“, wird in dem Bericht festgehalten. Gleichwohl hätten die hohen Energiepreise die Konsumausgaben der Verbraucher in einigen Bezirken belastet.

Unterdessen habe das verarbeitende Gewerbe in den meisten Regionen eine Expansion verzeichnet, wenn auch das Wachstumstempo über verschiedene Bezirke und Branchen hinweg unterschiedlich ausgefallen sei. Nur die Region um Richmond habe einen Rückgang der Aktivität im verarbeitenden Gewerbe gemeldet. Beobachter sagten, in dem Konjunkturbericht habe es wenige Hinweise darauf gegeben, dass die US-Zentralbank ihre geldpolitische Haltung verändern könnte. Da der Inflationsdruck offenbar eingedämmt bleibe, gebe es keinen Grund für die an den Finanzmärkten befürchtete Zinserhöhung. Im Mai hatte die Federal Reserve den Leitzins in den USA zum siebten Mal in Folge unverändert bei 5,25 Prozent belassen.

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