Belastung für das Wirtschaftswachsum
Bundesbank warnt vor Lohn-Preisspiralen

Eine Fortsetzung des Aufschwungs in Deutschland hängt nach Auffassung der Bundesbank in erster Linie vom Ausgang der Lohnrunden ab. Bei den Tarifrunden müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer darauf achten, dass keine Lohn-Preisspiralen entstünden.

HB FRANKFURT/HANNOVER. „Hier muss die Balance zwischen den Erwartungen fühlbarer Einkommenssteigerung und der nach dem Produktivitätsanstieg möglichen, fairen Beteiligung der Beschäftigten am Wachstum der Wirtschaft beziehungsweise des jeweiligen Wirtschaftssektors gehalten werden“, sagte Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler am Montag laut Redemanuskript in Hannover.

Bei den Tarifrunden müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer darauf achten, dass keine Lohn-Preisspiralen entstünden, denen die Europäische Zentralbank dann mit Zinserhöhungen entgegen treten müsste. „Vorübergehende Preissteigerungen sollten daher nicht zur Grundlage dauerhafter Tariflohnerhöhungen gemacht werden“, sagte Zeitler.

Sollten die Tarifpartner zu maßvollen Lohnabschlüssen kommen, sei der Aufschwung trotz Kreditkrise und schwächelnder US-Wirtschaft nicht in Gefahr. „Entgegen manchen Darstellungen ist Pessimismus keineswegs erste Bürgerpflicht“, sagte der Bundesbank-Vize beim Jahresempfang der Hauptverwaltung Hannover.

Trotz Finanzmarktturbulenzen und hohen Energie- und Rohstoffpreisen sei Zuversicht angebracht. Dafür sprächen vor allem die gute Auftragslage der Industrie und eine Kapazitätsauslastung klar über dem langjährigen Durchschnitt.

„Auch in der von der Finanzmarktkrise getroffenen Kreditwirtschaft haben fast alle deutschen Kreditinstitute - mit den wenigen, in der Öffentlichkeit bekannten Ausnahmen - 2007 einen guten Gewinn erwirtschaftet.“

Daher müssten zwar Lehren aus der Krise gezogen werden, allerdings mit Augenmaß. „Bei den regulatorischen Anpassungen sollte kein neuer „Regulierungsschub', keine Art „Basel III' ausgelöst werden.“ Das kürzlich in Kraft getretene Rahmenwerk Basel II, das etwa die Eigenkapitalausstattung der Banken regelt, habe sich im Grundsatz bewährt und müsse lediglich in einigen Punkten nachjustiert werden. Überdacht werden müsse auch die Rolle der Ratingagenturen sowie Verbesserungen im Risikomanagement der Banken. Zeitler ist bei der Bundesbank verantwortlich für die Bankenaufsicht, die sich diese mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) teilt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%