BIP im dritten Quartal
US-Wirtschaft bleibt hinter Erwartungen zurück

Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal zwar etwas stärker als zunächst berechnet gewachsen. Doch das Plus blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück, Beobachter zeigten sich enttäuscht.
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HB WASHINGTON. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 2,6 Prozent gestiegen, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington in seiner dritten Schätzung mit. Zuvor war ein Plus von 2,5 Prozent errechnet worden. Ökonomen hatten allerdings plus 2,8 Prozent erwartet. Insgesamt ist damit das Wachstum stärker als im zweiten Quartal (1,7 Prozent), aber schwächer als im ersten Quartal (3,7 Prozent) ausgefallen.

Dass der BIP-Anstieg geringer ausfiel als erwartet, lag auch daran, dass die Kauflaune der Amerikaner weniger stark anstieg als zunächst gedacht: Die Daten zum Anstieg der US-Konsumausgaben wurden auf 2,4 von 2,8 Prozent in der vorherigen Schätzung zurückgenommen. Das war allerdings immer noch der stärkste Anstieg seit mehr als drei Jahren. Der private Konsum macht mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus.

Angesichts des unerwartet schwachen US-Konsums kauften Anleger am Mittwoch Bundesanleihen. "Die endgültigen Daten zum US-BIP im dritten Quartal sind einfach schlecht, vor allem die zum privaten Verbrauch", sagte ein Rentenhändler. "Das befördert Bundesanleihen." Der Bund-Future stieg um 37 Ticks auf 125,54 Zähler. Die Rendite der dem Terminkontrakt zugrundeliegenden zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 2,939 Prozent.

Der Euro legte nach Veröffentlichung der Daten etwas auf 1,3124 Dollar zu, blieb damit jedoch unter seinem Tageshoch von 1,3181 Dollar. Zum Yen fiel der Dollar auf ein Tagestief von 83,41 Yen. Der Dax bewegte sich kaum und notierte nahezu unverändert bei 7078 Zählern.

Für das zu Ende gehende vierte Quartal rechnen Experten wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit mit einem schnelleren Wachstum. Der Internationale Währungsfonds sagt der weltgrößten Volkswirtschaft in diesem Jahr ein Plus von 2,6 Prozent voraus. 2011 wird ein Wachstum von 2,3 Prozent erwartet.

Die Regierung will die Wirtschaft mit einem Steuerpaket im Gesamtwert von 858 Milliarden Dollar ankurbeln, das vergangene Woche verabschiedet wurde. Es sieht Steuererleichterungen für fast alle Amerikaner vor - vom Geringverdiener bis zum Superreichen. Gleichzeitig wird die Arbeitslosenhilfe erweitert. Manche Experten gehen deshalb von einem zusätzlichen Wirtschaftswachstum von einem Prozentpunkt im Jahr 2011 aus.

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  • Amerika ist noch immer ein reiches Land. Aber wie überall auf der Welt werden dort Einkommen aus Vermögen zu gering besteuert. Da die Reichen aber nur einen relativ geringen Prozentsatz ihres Einkommen in den realen Wirtschaftskreislauf fließen lassen (also den der Arbeitsplätze schafft)enstehen Spekulationsblasen anstelle von Arbeitsplätzen. Das ist auch in Europa nur marginal besser. Eine hohe besteuerung von Vermögenseinkünften ist aber nur international möglich. Leider fühlt sich jeder Häuserbesitzer als reich und unterstützt mit seiner Stimme die Partei die dann aber nur die wirklich Reichen schützt. "Reich" ist nur derjenige, der von der Rendite seines Vermögen besser leben kann als von harter Arbeit.

  • kleiner Tip an unsere amerikanischen Freunde:
    nehmt die 850 Millarden und schaftt damit 20 Millionen Arbeitsplätze: voila: Vollbeschäftigung !!
    fehlt nur noch ein sinnvolles Aufgabengebiet:
    mmh: Volkszählung war schon, na dann, man könnte die Sandkörner and der kalifornischen Küste zählen, ändert sich ja jedes Jahr, damit ist Arbeit über Jahrzehnte garantiert !
    und sollten noch weitere Arbeitsplätze in eurer maroden industrie wegbrechen.
    null Probleme: im nächsten Jahr das Programm auf 1,5 billionen aufstocken: auch die Ostküste hat Sandstrände !

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