BME/NTC-Einkaufsmanagerindex mit schlechten Werten
Industrie fährt Produktion herunter

Die Geschäfte der deutschen Industrie sind im April ins Stocken geraten nachdem es fünf Monate lang aufwärts gegangen war. Allerdings steht Deutschland noch gut da. In anderen Ländern der Euro-Zone fuhr die Industrie schon die Produktion herunter. Das besagt der Einkaufsmanagerindex.

HB BERLIN. Der BME/NTC-Einkaufsmanagerindex (Emi) rutschte mit 49,7 Punkten erstmals seit November wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern, wie die Forschungsgruppe NTC am Montag mitteilte. Die rund 500 befragten Betriebe berichteten von sinkender Nachfrage und einer langsamer zulegenden Produktion. Experten sprachen von einem misslungenen Start ins zweiten Quartal. Nach Einschätzung von NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson erwischt die Schwäche die deutschen Firmen aber dank vorsichtigerer Planung nicht so auf dem falschen Fuß wie ihre französischen Pendants.

In der gesamten Euro-Zone sank der Index von 50,4 auf 49,2 Punkten. „Diese Umfrage deutet eher auf eine EZB-Zinssenkung denn eine Erhöhung hin“, sagte Williamson. Volkswirte hatten für Deutschland den Rückgang von den 50,3 Punkten im März erwartet, für die Euro-Zone aber noch mit 49,9 Zählern gerechnet.

Mehrere Frühindikatoren für die deutsche Wirtschaft hatten zuletzt eine abflauende Konjunktur signalisiert. So war das Ifo-Geschäftsklima als wichtigstes Stimmungsbarometer drei Monate in Folge gesunken.

Die von NTC befragten Firmen nannten als Grund für den schwächere Nachfrage die nach wie vor lahme heimische Konjunktur und den harten Wettbewerb, da etwa osteuropäische Anbieter stärker auf den deutschen Markt drängten. Der Auftragsindex ging von 50,6 auf 49,9 Punkten zurück. „Der Auftragseingang vom Ausland hingegen verbesserte sich vor allem wegen der Bestellungen aus den USA, Japan und China“, erklärte NTC.

Ihre Produktion steigerten die Firmen so wenig wie seit November nicht mehr. „Dass es überhaupt noch zu nennenswerten Zuwächsen kam, war den Befragten zufolge im April hauptsächlich auf die Abarbeitung des Auftragspolsters zurückzuführen“, erklärte NTC. Um die Kosten zu senken, beschleunigten die Betriebe den Personalabbau. Hohe Preise für Öl, Energie, Chemikalien und höhere Transportkosten trieben die Kosten.

Durch den Konkurrenzdruck aus Asien und zunehmend aus Osteuropa gerieten die Verkaufspreise der Firmen unter Druck. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen konnte ihre Preise noch halten. Erstmals seit gut einem Jahr aber senkten unterm Strich mehr Firmen die Preise statt sie zu erhöhen.

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