Bundesbank-Chef sieht deutsche Wirtschaft gut aufgestellt
IWF-Chef entwirft „globale Regulierungsstrategie“

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn will auf dem Weltfinanzgipfel am 11. Dezember einen eigenen Plan zur Stabilisierung und Reform des Finanzsystems präsentieren. Im Kampf gegen die Finanzkrise fordert er mehr Mittel für den IWF. Unterdessen forderte Bundesbank-Chef Axel Weber deutsche Banken zu einer Erhöhung ihres Kernkapitals auf. Deutschland sieht er trotz Krise gut aufgestellt.

HB PARIS/BERLIN. IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn will auf dem Weltfinanzgipfel am 11. Dezember einen eigenen Plan zur Stabilisierung und Reform des Finanzsystems präsentieren. Seine "globale Regulierungsstrategie" sehe unter anderem die Gewährung neuer Darlehen vor, mit denen kurzfristig auf Liquiditätsprobleme von Staaten reagiert werden könne, sagte Strauss-Kahn der französischen Tageszeitung "Le Monde". Zudem solle der Internationale Währungsfonds (IWF) im Kampf gegen die Finanzkrise mit mehr Geld ausgestattet werden.

Strauss-Kahn betonte, dass aus den wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Vergangenheit Lehren gezogen werden müssten. Sie hätten zu "Luftblasen" geführt, deren Platzen die Realwirtschaft zerrüttet habe. Auch der IWF habe aus seinen Fehlern gelernt. In der jetzigen Situation könne die Organisation nicht nur die Rolle des Feuerwehrmannes, sondern auch die des Architekten einnehmen.

Von dem Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am 11. November in Washington erwarte er einen entscheidenden Impuls für die Reform des internationalen Finanzsystems, sagte der IWF-Direktor. Das erfordere die "historische Situation".

Zur Stabilisierung der Finanzmärkte hat Bundesbank-Chef Axel Weber unteredessen die Banken zu einer Erhöhung ihres Kernkapitals aufgefordert. Größere, internationale Banken aus Deutschland sollten diese Quote "auf ein im internationalen Wettbewerbskontext angemessenes Niveau aufstocken", sagte Weber am Donnerstag laut Redetext bei einem Banken-Symposium in Frankfurt. "Für stärker auf regionale und lokale Märkte begrenzte Institute kann der entsprechende Kapitalpuffer niedriger ausfallen."

Weber sprach sich zudem dafür aus, den Stabilisierungsfonds der Bundesregierung zur Restrukturierung der Landesbanken zu nutzen. "Damit verbunden ist eine deutliche Verringerung der Zahl der Landesbanken", erklärte er. Zudem bräuchten die Landesbanken ein nachhaltiges Geschäftsmodell.

Die deutsche Wirtschaft sieht er trotz der Finanzmarktkrise gut aufgestellt. „Wir sollten in Deutschland nicht in eine Hysterie verfallen“, so Weber weiter. Durch das eindeutige Vorgehen der Regierungen, die Finanzmärkte zu stabilisieren und systemische Risiken zu vermindern, sei die Gefahr einer Abwärtsspirale an den Finanzmärkten begrenzt worden. Entscheidend sei, dass die Kreditwirtschaft wieder an Kraft gewinne. Die Politik habe mit dem Rettungspaket die richtigen Maßnahmen getroffen.

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