Business Monitor
Manager wollen mit Stellenabbau reagieren

Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft warnen vor zu hohen Lohnabschlüssen. Zugleich fordern sie die Bundesregierung zu grundlegenden Reformen auf.
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Die Führungskräfte in Deutschland warnen davor, die erfolgreiche Entwicklung der hiesigen Wirtschaft durch überzogene Tarifabschlüsse aufs Spiel zu setzen. Die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa für den Handelsblatt Business-Monitor befragten Top-Manager sind mehrheitlich der Ansicht, dass die Löhne und Gehälter nicht um mehr als drei Prozent erhöht werden dürfen. 54 Prozent der Spitzenmanager sehen den Spielraum bei zwei bis unter drei Prozent. Weitere zwölf Prozent halten nur Lohnerhöhungen von weniger als zwei Prozent für vertretbar.

Die Demoskopen von Forsa hatten im Auftrag des Handelsblatts von Mitte bis Ende April bundesweit 654 Spitzenmanager befragt. 70 Prozent der Befragten fürchten konkrete Auswirkungen für ihr Unternehmen, sollten die Tarifabschlüsse zu hoch ausfallen. 42 Prozent der Führungskräfte müssten in diesem Fall Personal abbauen, weitere 23 Prozent würden "Kosten in anderen Bereichen einsparen" und elf Prozent planten dann sogar die Verlagerung von Firmenteilen ins Ausland.

"Wir dürfen das gegenseitige Verständnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die in den letzten Krisenjahren stärker zusammengewachsen sind, nicht durch radikale Forderungen aufs Spiel setzen", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Die aktuelle Tarifrunde ist allerdings nicht die einzige Sorge, die Deutschlands Managerelite umtreibt. Ein noch größeres Problem als die Lohnkosten ist der Fachkräftemangel, den zwei von drei Befragten als eines der Hauptrisiken für ihr Unternehmen nennen. Außerdem klagen die Führungskräfte über zu viele Vorschriften und Regulierungen sowie eine überbordende staatliche Bürokratie.

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  • Das ist schon witzig:

    Wenn die Vorstandsbezüge um 25% steigen, dann hat das mit Wettbewerbsfähigkeit nichts zu tun. Geeignete Leute für Vorstände sind schliesslich knapp. Sozusagen ein Fachkräftemangel auf höherer Ebene.
    Und diese 25% kommen auf Bezüge, die ein normaler Mensch sowieso nicht ausgeben kann. Hier wird die Position für die Enkel gesichert.

    Wenn die Facharbeiter und Ingenieure bei gefühlten 8% Infaltion mehr als 3% Zuschlag verlangen, dann müssen Stellen abgebaut werden.

    Gleichzeitig klagt man über Fachkräftemangel und verlangt die Einwanderung von mehr Kräften mit "Migrationshintergrund". Risiko und Kosten trägt natürlich der Staat.
    Wenn diese Vorstände so leicht Stellen abbauen, dann haben wir hier eindeutig nicht zu wenig Fachkräfte.
    Wir haben offensichtlich zu wenig billige Fachkräfte, die eher für 5% weniger arbeiten anstatt 3% mehr zu verlangen.

    Das erhöht die Profitmarge. Dann können die Vorstandsgehälter wieder steigen.

    Deutsche Gründlichkeit und Zuverlässigkeit bei kasachischen Gehältern und US-amerikanischen Vorstandbezügen.
    Das ist doch mal ein Managertraum.












  • Na, Ja
    Ich bin jetzt fast 50 Jahre alt. Und der Spruch "Hohe Lohnabschlüsse gefährten Jobs", kommt mir irgendwie bekannt vor.

  • Aha... laut Vorstandsvergütungsstudie des DSW stiegen 2011 die Managergehälter im DAX um satte 22 Prozent... wie wär's denn mal mit einem Stellenabbau im Management, da ließen sich doch, mit nur wenigen Entlassungen, glatt Milliarden sparen!!!

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