Führungskräfte lehnen Steuererhöhungen ab
Manager wollen Sparkurs zur Haushaltssanierung

Die große Mehrheit der deutschen Führungskräfte hält Ausgabenkürzungen für das probateste Mittel, um die neuen Haushaltslöcher zu stopfen.

DÜSSELDORF. Steuererhöhungen werden nahezu einhellig abgelehnt, ergab der Handelsblatt Business-Monitor. Immerhin 37 % der Manager sind der Ansicht, dass durch weitere Steuersenkungen die Haushaltslöcher gestopft werden können – offenbar glauben sie an die „Laffer-Kurve“, nach der sich ab einem kritischen Punkt jede zusätzliche Abgabenerhöhung kontraproduktiv auf die Einnahmen auswirkt, weil Investitionen abgewürgt werden und die Arbeitsmoral sinkt. Im Umkehrschluss gilt, Steuersenkungen steigern das Aufkommen. Besonders ausgeprägt ist der Glaube an diese Mär in Ostdeutschland – hier glauben 42 % der Manager an diese These; im Süden sind es nur 31 %.

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Sollten dennoch Steuererhöhungen zur Haushaltssanierung unumgänglich sein, sprechen sich 62 % der Führungskräfte für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer aus. Diese belastet den Konsum und wird damit überwiegend von den Verbrauchern getragen. Da Exporte steuerfrei bleiben, würde die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Güter nicht tangiert. Besonders bei den über 60-Jährigen liegt mit einer Zustimmung von 73 % eine solche Steuererhöhung hoch im Kurs.

Immerhin ein Drittel der Manager (33 %) plädiert für weitere Erhöhungen der Tabaksteuer. Für 14 % der Führungskräfte wäre die Wiederbelebung der Vermögensteuer das geeignetste Mittel zur Etatsanierung – diese Steuer steht den Bundesländern zu, wird aber nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts seit 1997 nicht mehr erhoben. Fast einstimmig lehnen die Manager dagegen eine Erhöhung der Einkommensteuer ab.

Mit großer Mehrheit würden die Führungskräfte die Abschaffung der Gewerbesteuer begrüßen. Vor allem in den Branchen Handel, Verkehr, Nachrichtenübermittlung (31 %) sowie im Baugewerbe (27 %) hätte die Abschaffung sogar „sehr große Bedeutung“. Überraschend ist, dass für 24 % der Führungskräfte aus kleinen Unternehmen die Abschaffung der Gewerbesteuer eine wichtige Rolle spielt. Denn auf Grund von Freibeträgen zahlen lediglich Großbetriebe diese Steuer.

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