Handelsblatt Business-Monitor
Manager halten nicht viel von Kurt Beck

Kurt Beck bekommt in der Umfrage des Handelsblatt Business-Monitors schlechte Noten. Nur drei Prozent der Befragten bewerten seine Arbeit mit „gut“. Ein Grund: Der SPD-Chef greift den „neoliberalen Kurs“ der Union an und verschärft damit die Spannungen in der großen Koalition.

BERLIN. Deutschlands Top-Manager sind mit der Arbeit von SPD-Chef Kurt Beck äußerst unzufrieden. Auf einer Skala von eins („sehr gut“) bis fünf („sehr schlecht“) kommt der wahrscheinliche Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Durchschnittsnote von 3,7. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Handelsblatt Business-Monitors.

Im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. hat das Meinungsforschungsinstitut Psephos vom 15. bis 31. Mai rund 800 Führungskräfte nach ihrem Urteil über die Bundesregierung und die im Bundestag vertretenen Parteien befragt. Bei den Spitzenpolitikern konnte erstmals auch Becks Arbeit bewertet werden.

Nur drei Prozent der Befragten finden die Arbeit des SPD-Chefs, der in jüngster Zeit zahlreiche kritische Würdigungen und den Vorwurf des „Themen-Hoppings“ hinnehmen musste, „gut“. Zwei Drittel der Vertreter des Mittelstands nennen sie „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Während Beck bei Dienstleistungsunternehmen mit 3,6 benotet wird, erhält er im verarbeitenden Gewerbe nur die Note 3,8. Besonders starke Zweifel an Becks Kompetenz hegen die 40- bis 49-Jährigen.

Das Ansehen Becks bei den Führungskräften der deutschen Wirtschaft dürfte sich angesichts der neuesten Äußerungen des SPD-Chefs kaum verbessern. So versuchte Beck am Wochenende, mit Angriffen gegen den wirtschaftspolitischen Kurs der Union Profil zu gewinnen. Er warf CDU und CSU vor, einem „Neoliberalismus“ zu folgen, der „in der Luft“ hänge. „Er ist eine Ideologie ohne Erdung“, sagte Beck.

Damit wird der Ton zwischen den Koalitionspartnern nach 18 Monaten gemeinsamer Regierungsverantwortung deutlich rauer. Unionspolitiker reagierten prompt: Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kauder und CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sprachen sich für ein Bündnis mit der FDP nach der Wahl 2009 aus. Die SPD werde angesichts des Erstarkens der Linken immer nervöser, sagte Ramsauer.

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