Handelsblatt Business-Monitor
Wirtschaft traut Koalition Reformen zu

Die Konsolidierung des Haushaltes – diese Mammutaufgabe trauen die Spitzenkräfte der deutschen Wirtschaft der großen Koalition am ehesten zu. Das hat der aktuelle Handelsblatt Business-Monitor ergeben, eine repräsentative Umfrage, die das Psephos-Institut im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. unter 805 Führungskräften vom 20. Oktober bis 3. November erhoben hat.

Fast drei Viertel (72 Prozent) der Führungskräfte erwarten von der großen Koalition, dass es ihr gelingt, die Haushaltslöcher zu stopfen. Insbesondere die Unternehmen aus dem Süden der Republik (76 Prozent) meinen das.

Dass es der großen Koalition gelingt, den Arbeitsmarkt zu reformieren, glaubt nahezu jeder zweite (47 Prozent) Spitzenmanager. Nur vier von zehn Top-Managern meinen, die große Koalition bringe die Unternehmensteuerreform auf den Weg. Der Sachverständigenrat hatte dies in seinem am Mittwoch vorgelegten Jahresgutachten noch als die „wichtigste steuerpolitische Aufgabe“ bezeichnet. Gemeinsam die föderalen Strukturen zu entflechten trauen knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Führungskräfte der großen Koalition zu. Und haben damit offenbar Recht: Bereits Anfang dieser Woche hatten sich CDU und SPD auf eine Föderalismusreform geeinigt.

Die wichtigste aller Reformen ist aus Sicht der Unternehmen aber die des Arbeitsmarkts. 42 Prozent der Befragten – hier waren nur Einmalnennungen möglich – gaben hierfür ihre Priorität an. Die Konsolidierung des Haushalts halten in diesem Vergleich nur 36 Prozent für das drängendste Problem, die Reform der Unternehmensteuer gerade einmal elf Prozent.

Nicht einverstanden sind die Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft mehrheitlich jedoch mit dem gemeinsamen Plan von Union und SPD, das Wirtschafts- und das Arbeitsministerium wieder voneinander zu trennen. Als „Rückschritt nach der sinnvollen Zusammenlegung“ bezeichnen 53 Prozent der Befragten die vorgesehene Splittung. Als „notwendig“ bezeichnen dagegen 38 Prozent diesen Schritt. Ihrer Auffassung nach hätten die Ministerien nie zusammengelegt werden sollen. SPD und Union hatten sich bereits zu Beginn ihrer Gespräche auf die Trennung der Ressorts geeinigt. doh

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