Chefvolkswirt kündigt „interessante Ergebnisse“ an
EZB verbessert monetäre Analyse

Die Europäische Zentralbank will ihre monetäre Analyse verbessern. „Wir haben eine ganze Reihe von Studien auf diesem Gebiet in die Wege geleitet, das Spektrum unserer Instrumente für die monetäre Analyse erweitert und diese insgesamt vertieft“, gab EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing bekannt.

HB FRANKFURT/M. „Im Herbst werden wir in einem Artikel im Monatsbericht darüber einen umfassenden Überblick geben und interessante Ergebnisse vorlegen.“ Im Rahmen der monetären Analyse ermittelt die EZB die längerfristigen Risiken für die Preisstabilität, während sich die wirtschaftliche Analyse auf die kurzfristige Inflationsgefahr konzentriert. Unter den Publikationen der EZB sind die monetären Analysen gegenüber den wirtschaftlichen bisher unterrepräsentiert.

Issing zufolge besteht Anlass, sorgfältig zu prüfen, ob in der Entwicklung der monetären Daten in den letzten zwei, drei Jahren nicht Ansätze eines Strukturbruchs zu beobachten sind. „Es gibt angesichts der Portfolioumschichtungen von längerfristigen in kurzfristige Anlagen, die von der Geldmenge M3 erfasst werden und so das M3-Wachstum stark angetrieben haben, seit einiger Zeit Vorgänge, die erklärungsbedürftig sind“, sagte Issing. Ein Strukturbruch läge vor, wenn Anleger eine Präferenz für liquidere Positionen entwickelt hätten. In diesem Fall wäre die potenzielle Inflationsgefahr, die von der Überschussliquidität ausgeht geringer. Es sei aber noch zu früh, darauf eine abschließende Antwort zu geben. Gleiches gelte auch für die Stabilität der Geldnachfrage. Nur bei stabiler Geldnachfrage ist der Zusammenhang von Geldmengen- und Preisentwicklung gesichert. „Wir studieren dieses Problem ohne jede Voreingenommenheit“, versicherte Issing.

Marietta Kurm-Engels
Marietta Kurm-Engels
Handelsblatt / Redakteurin
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