Dämpfer für deutschen Außenhandel
Exportzahlen schockieren Volkswirte

Neuer Dämpfer für den deutschen Außenhandel. Die deutschen Exporteure haben im Juli zwar mehr Waren im Ausland abgesetzt als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Juni allerdings sanken die Exporte deutlich. Volkswirte sprechen von "erschreckend schwache Zahlen".

HB BERLIN. Die Ausfuhren stiegen um 7,0 Prozent auf 87,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Exporte dagegen kalender- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent. Analysten hatten hier mit einem Minus von 1,0 Prozent gerechnet.

Von Januar bis Juli legten die Exporte um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Der Branchenverband BGA erwartet für das Gesamtjahr ein Plus von rund sechs Prozent. Importiert wurden im Juli Waren im Wert von 73,2 Milliarden Euro. Das sind 15,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Juni legten die Einfuhren um 7,4 Prozent zu. Das ist das stärkste Plus seit rund sechs Jahren. Volkswirte hatten lediglich einen Zuwachs von 0,3 Prozent erwartet. Die deutsche Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 13,9 (Juni: 19,9) Milliarden Euro.

"Das sind schon erschreckend schwache Zahlen", kommentiert Stefan Schilbe von HSBC Trinkhaus die daten. "Besonders vor dem Hintergrund, dass die Exporte sehr deutlich gefallen sind." Das sei ein Zeichen dafür, dass sich der globale Abschwung langsam aber sicher in Deutschland bemerkbar mache.

Auch Dirk Schumacher von Goldman Sachs meinte: "Das sieht nicht gut aus für das Wachstum im dritten Quartal. Das ist nach Industrieproduktion und Auftragseingängen die nächste schlechte Zahl."

Nach Ansicht von Alexander Koch von Unicredit deuten auch die Frühindikatoren keine Trendwende an. "Nach einem halben Jahrzehnt mit starken Exporten ist über mehrere Quartale mit Rückgängen zu rechnen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%