Daten des Statistischen Bundesamtes
Großhändler blicken pessimistisch in die Zukunft

Nach einem erneuten Einbruch ihrer Umsätze im Mai haben die deutschen Großhändler ihre Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung vorerst begraben. Das von der Bundesregierung geplante Vorziehen der dritten Steuerreformstufe auf 2004 könne die Geschäfte aber beleben.

Reuters BERLIN. Anzeichen für ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um mehr als 0,2 % in diesem Jahr seien nicht zu erkennen, erklärte der Chef des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels, Anton Börner, am Montag in Berlin. Zuvor hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass die Großhandelsumsätze im Mai zum Vorjahresmonat nominal um 3,1 % und inflationsbereinigt (real) um 2,7 % zurückgegangen sind.

„Die Umsätze des Großhandels befinden sich weiterhin auf Talfahrt“, sagte Börner. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte sei der Aufwärtstrend, auf den alle hofften, noch immer nicht zu erkennen. Nach Angaben des Statistikamtes legte der Umsatz im Großhandel in den ersten fünf Monaten 2003 zum Vorjahreszeitraum nominal nur um 0,2 % zu, was real einen Rückgang um 0,6 % bedeutete. Auch im Vergleich zum Vormonat liefen die Geschäfte der Großhändler im Mai schlechter: Die Branche verkaufte nominal 3,1 % und real 2,1 % weniger.

Im Vorjahresvergleich habe nur der Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern nominal um 1,5 % und real um 2,3 % zulegen können, erklärte das Statistikamt. Alle anderen Branchen des Großhandels hätten dagegen Umsatz verloren.

Börner begrüßte die Pläne der Bundesregierung, die Steuerentlastung 2005 auf 2004 vorzuziehen, als wichtiges Signal an Bürger und Betriebe. Er schränkte aber ein, dies dürfe nicht mit zusätzlichen Steuern und Abgaben einhergehen. Nur wenn die anhaltende Verunsicherung der Verbraucher gestoppt und keine Kaufkraft abgeschöpft werde, könnten von einem Vorziehen der Steuerentlastung Impulse für die Beschäftigung ausgehen.

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