Deutsche Leistungs- und Handelsbilanz
Exporte auch im Mai kräftig gestiegen

Die deutsche Exportwirtschaft darf sich freuen, denn sie hat stark vom käftigen Aufschwung der Weltwirtschaft profitiert. Die Warenexporte sind im Mai erneut deutlich gestiegen.

HB BERLIN. Von April auf Mai seien die Ausfuhren saisonbereinigt um 3,9 % gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Mit 60,8 Mrd. € überstiegen die Exporte das Niveau vom Mai 2003 um 11,8 %. „Das sind insgesamt positive Daten, und es zeigt, dass wie bisher die Impulse für die deutsche Konjunktur vor allem vom Export kommen“, sagte Klaus Schrüfer von der SEB. „Das bedeutet natürlich auch Risiken für die Konjunktur, wenn die Impulse von außen schwächer werden.“

Die Importe nahmen zum Vormonat um 3,4 % zu und lagen mit 46,7 Mrd. € um 6,1 % über Vorjahresniveau. In der Handelsbilanz verzeichnete Deutschland damit ein Plus von 14,2 Mrd. € und in der Leistungsbilanz einen Überschuss von 8,8 Mrd. €. Befragte Volkswirte hatten im Schnitt einen Handelsbilanzüberschuss von 13,5 Mrd. € prognostiziert. Überdurchschnittlich liefen die Exporte in die EU und die Länder der Euro-Zone. Die deutschen Ausfuhren dorthin kletterten im Mai um jeweils knapp 14 % zum Vorjahr. Das Plus der Exporte in Drittländer wie etwa den USA lag insgesamt bei 8,5 %.

In den Monaten Januar bis Mai lagen die Exporte damit gut zehn Prozent über dem Niveau des Vorjahres und stellen derzeit die tragende Stütze für die moderate wirtschaftlichen Erholung in Deutschland. „Das passt ins Bild: Das zweite Quartal wird von der konjunkturellen Dynamik ähnlich wie das erste ausfallen, vielleicht sogar etwas stärker“, sagte Harald Jörg von der Dresdner Bank. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft um 0,4 % im Quartalsvergleich gewachsen.

Wie andere Kollegen erwartet Jörg aber, dass die Weltwirtschaft im Laufe des Jahres etwas an Schwung verlieren wird. „Wir gehen davon aus, dass die kräftige Welthandelsentwicklung sich in der zweiten Jahreshälfte abschwächen wird, auch wegen der hohen Ölpreise.“ Auch beim deutschen Bruttoinlandsprodukt würden die Zuwächse des ersten Halbjahres nicht mehr erreicht. „Der Aufwärtstrend bleibt in Takt, die Dynamik wird aber nicht so kräftig sein wie bisher.“

Skeptisch äußerte sich auch Jörg Krämer von der Fondsgesellschaft Invesco, der auf die zuletzt etwas schwächere Konjunktur in den USA verwies. „Der ZEW-Erwartungsindex und das Ifo-Geschäftsklima geben bereits De-Facto-Abschwungssignale für Deutschland“, sagte Krämer und fügte hinzu: „Der Aufschwung, von dem wir ohnehin nicht viel gespürt haben, hat vermutlich seinen Höhepunkt bereits überschritten."

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