Deutscher Wachstumsmotor
Export-Aussichten weiter günstig

Trotz immer höheren Ölpreisen erwarten Konjunkturexperten für die Weltwirtschaft ein robustes Wachstum. So hat auch die deutsche Wirtschaft im Juli ihre Ausfuhren gesteigert. Dabei profitierte sie auch vom Wachstum wichtiger Handelspartner.

HB BERLIN. Von Juni auf Juli legten die Exporte saisonbereinigt um 0,5 % zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Mit einem Wert von 64,2 Mrd. € lagen die Waren-Ausfuhren 3,2 % über dem Niveau vom Juli 2004. Nach Ansicht des Kieler IfW werden die wichtigsten Wachstumsmärkte deutscher Exporteure weiter kräftig wachsen. Zugpferd des weltweiten Aufschwungs bleiben dabei die USA, aber auch die Euro-Zone komme etwas in Fahrt. Wie das IfW hält Bundesbank-Chef Axel Weber die wirtschaftlichen Folgen des Hurrikans „Katrina“ für vorübergehend. Der Ausblick für Deutschland gäbe insgesamt aber keinen Grund zur Euphorie, sagte Weber.

Die Importe stiegen im Juli zum Vorjahr um 2,9 % auf 50,1 Mrd. € und lagen damit 3,7 % höher als im Juni. Hinter dem Anstieg vermuteten die Experten auch die höhere Ölrechnung Deutschlands. Der Überschuss in der Handelsbilanz verringerte sich auf 14,1 Mrd. €. Die Leistungsbilanz schloss mit einem Überschuss von 7,3 Mrd. €.

Der Export war bislang der einzige Wachstumsmotor in Deutschland. Die Industrie hatte auch im Juli dank reger ausländischer Nachfrage nach deutschen Investitionsgütern überraschend volle Auftragsbücher verzeichnet. Nach Ansicht von Alexander Koch von der HypoVereinsbank verspricht die gute Auftragslage für die kommenden Monaten kräftige Exportzuwächse. Vor allem die Nachfrage aus den USA und der Euro-Zone bleibe stark. Im Juli stiegen die deutschen Ausfuhren in die anderen Länder der Euro-Zone um 1,9 % zum Vorjahr. Die Verkäufe in den Rest der EU legten um 4,9 % zu. In die Länder außerhalb der EU führte Deutschland 3,8 % mehr aus.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwartet, dass sich der weltweite Aufschwung trotz des hohen Ölpreises fortsetzt. 2005 und 2006 werde der Welthandel um jeweils 7,5 % zunehmen. Die US-Wirtschaft werde in beiden Jahren mit weit über drei Prozent wachsen und der Boom in China sich nur wenig abschwächen. In der Euro-Zone beginne sich die bisher lahme Binnennachfrage zu erholen, das Wachstum werde stärker.

Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaft vor allem dank des starken Exports in den Sommermonaten die Flaute vom Frühjahr überwunden hat. „Wir sehen nun zwei Wachstumsfaktoren: Zum einen den Export und zum anderen die Investitionen“, sagte Matthias Rubisch von der Commerzbank. Die Preisexplosion bei Öl und Benzin belaste dagegen besonders die Konsumenten. „Wir denken, dass der hohe Ölpreis auf die Exporte nicht so einen großen Einfluss haben wird, da deutsche Exportgüter besonders Investitionsgüter sind, die auch von Öl produzierenden Ländern stärker nachgefragt werden.“

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