DIHK
Firmen wollen mehr einstellen und investieren

Laut einer Umfrage des DIHK ist die Stimmung der deutschen Unternehmen gelockert. Eine große Mehrheit sieht der Zukunft positiv entgegen – das hat auch für die Angestellten ihre Vorteile. Nur der Fachkräftemangel drückt.
  • 0

BerlinSteigende Exporte, mehr Jobs, höhere Investitionen: In der deutschen Wirtschaft wächst die Zuversicht. 87 Prozent der Unternehmen erwarten bessere oder gleich bleibende Geschäfte, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Montag zu seiner Herbstumfrage unter 28.000 Firmen mit. Im Frühsommer waren es lediglich 84 Prozent, zu Jahresbeginn 82 Prozent. „Die Beruhigung der Euro-Staatsschuldenkrise in den zurückliegenden Monaten trägt ebenso dazu bei wie die allmählich anziehende Dynamik außerhalb Europas“, hieß es.

Der DIHK rechnet deshalb für 2014 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent, nach einem Mini-Plus von 0,3 Prozent im zu Ende gehenden Jahr. "Einer stärkeren Verbesserung stehen noch zu viele Unbekannte entgegen: die weitere Entwicklung der Euro-Zone oder auch der künftige politische Kurs hierzulande", erklärte der DIHK.

Die Kammerorganisation rechnet im kommenden Jahr mit 250.000 neuen Jobs. 16 Prozent der Unternehmen wollen einstellen, nur zwölf Prozent Stellen abbauen. Die Arbeitslosigkeit dürfte um etwa 50.000 auf 2,9 Millionen sinken. „Getrübt werden die guten Aussichten bei der Beschäftigung durch den sich zuspitzenden Fachkräftemangel“, erklärte der DIHK. „Dieses Geschäftsrisiko nennen so viele Unternehmen wie bislang in keiner vorherigen Umfrage.“ Mehr als jeder dritte Betrieb sehe sich bereits in den kommenden Monaten beeinträchtigt. Insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung und in der IT würden Fachkräfte händeringend gesucht.

Beim Auslandsgeschäft fassen die Unternehmen neuen Mut: Die Exporteinschätzungen wurden so gut bewertet wie seit gut zwei Jahren nicht mehr und liegen nun auch wieder ihren langjährigen Durchschnitt. „Mit dem Ausklingen der Rezession in der Eurozone kommen die Ausfuhren in den Heimatmarkt Europa allmählich in Schwung“, hieß es. In den Schwellenländern nehme das Wachstum dagegen erst langsam wieder Fahrt auf. Der DIHK erwartet im kommenden Jahr ein Exportwachstum von vier Prozent - nach lediglich 1,0 Prozent 2013.

Die Unternehmen wollen wieder spürbar mehr investieren, und zwar branchenübergreifend: 83 (Frühjahr: 80) Prozent der Firmen wollen mehr oder zumindest gleichviel wie bisher investieren. „Nun hellen sich die Absatzaussichten für In- und Ausland weiter auf, das führt im Herbst auch wieder zu einem Anstieg der Investitionsneigung.“ Das Geld soll vor allem in die Erweiterung der Kapazitäten und in Produktinnovationen fließen. „Die unverändert günstigen Finanzierungsbedingungen bieten einen guten Rahmen für eine anziehende Investitionstätigkeit“, schrieb der DIHK. "Ein Investitionsrisiko stellen allerdings die nach wie vor als schwierig eingeschätzten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen dar."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " DIHK: Firmen wollen mehr einstellen und investieren "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%