Einkaufsmanager-Index
Chinas Wirtschaft schwächelt

Das Wirtschaftswachstum lässt ihn China überraschend nach. Der Grund: Die Zurückhaltung der Kunden im Ausland. Doch Experten vermuten dahinter auch das Eingreifen der Regierung.
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PekingChinas Industrie bekommt die Zurückhaltung der Kunden im Ausland zu spüren. Das Wachstum ließ im April überraschend nach. Der Einkaufsmanager-Index fiel auf 50,6 Punkte von 50,9 Zählern im März, wie die Statistikbehörde in Peking am Mittwoch mitteilte. Damit lag er nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

"Chinas Wirtschaft legt zu, aber nicht so stark wie noch vor einem Monat erhofft", sagte Alvin Pontoh, Volkswirt bei TDSecurities in Singapur. "Aber ich denke nicht, dass das ein Grund zur Besorgnis ist. Wahrscheinlich will es die neue Regierung so. Strukturell kann China in den nächsten Jahren nicht mehr um neun oder zehn Prozent wachsen."

Chinas Regierung will das Land unabhängiger von Exporten machen und die Binnenwirtschaft stärken. Sie signalisierte, mehr in die Infrastruktur zu investieren. Es dürfte zudem bei der lockeren Geldpolitik bleiben. "Der Rückgang des Einkaufsmanager-Index im April zeigt, dass die Erholung in China nicht auf soliden Beinen steht", warnte Zhang Liqun, Volkswirt bei der staatlichen Denkfabrik Development Research Centre. Das zeige, dass das Wachstum sich verlangsamen könnte. "Wir müssen daran arbeiten, die Binnennachfrage zu stabilisieren und so für eine nachhaltigere Erholung zu sorgen."

Doch immer noch spielt der Außenhandel in China eine besonders wichtige Rolle, und das Land bekommt die Rezession in der Euro-Zone und das schwache Wachstum in den USA zu spüren. Die Firmen erhielten im April weniger Bestellungen von ihren ausländischen Kunden, das entsprechende Barometer fiel unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Schon im ersten Quartal 2013 war das Wirtschaftswachstum auf 7,7 Prozent zurückgegangen. Chinas Regierung strebt für dieses Jahr einen Zuwachs von 7,5 Prozent an - noch einmal weniger als 2012, als das Plus mit 7,8 Prozent so niedrig ausgefallen war wie seit 13 Jahren nicht mehr. China braucht ein hohes Wachstum, um das immer noch riesige Heer der in die Ballungszentren strömenden Arbeiter mit Jobs zu versorgen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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