Einkaufsmanagerindex
Deutsche Dienstleister schwächeln

Die deutschen Dienstleister haben im November verglichen mit den europäischen Konkurrenten nicht so gut abgeschnitten. Allerdings wuchsen sie dennoch.

HB BERLIN. Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex (EMI) für Deutschland sank im Vergleich zum Vormonat von 55,2 auf 54,8 Punkte, während der EMI für die Euro-Zone um 0,3 Zähler auf 55,2 Punkte zulegte. Damit lagen die Indikatoren weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und auch über den langfristigen Durchschnittswerten. Die Ergebnisse der Befragung gab das britische Forschungsinstitut NTC am Montag bekannt; die Daten werden in Zusammenarbeit mit der Royal Bank of Scotland (RBS) erhoben.

Während sich das Wachstum in der Euro-Zone beschleunigte, verlangsamte sich das Tempo der Erholung in Deutschland etwas. Die rund 500 befragten deutschen Unternehmen verzeichneten nur noch einen moderaten Anstieg des Auftragseingangs, so dass ihr Auftragsbestand erneut zurück ging und sie, im Gegensatz zu den meisten europäischen Konkurrenten, per saldo Stellen abbauten. Der Optimismus blieb jedoch fast ungebrochen: „Fast ein Drittel der befragten Dienstleistungsunternehmen war im November zuversichtlich, dass sich ihre Geschäfte binnen Jahresfrist verbessern werden“, erklärte NTC.

„Die Umfrage zeigt ein robustes Wachstum der Geschäftsaktivität“, sagte der Chefvolkswirt von NTC, Chris Williamson. Trotzdem gebe es Gründe zur Besorgnis wie den Rückgang der Auftragskomponente auf 51,2 von 53,3 Punkten in Deutschland: „Das scheint vor allem an der Sorge über die politische Situation zu liegen.“ In Spanien und Italien füllten sich die Auftragsbücher hingegen so stark wie seit einem Jahr nicht mehr, die schwache Nachfrage in Deutschland hielt jedoch das Barometer für die Neuaufträge in der Euro-Zone zurück, das auf 53,5 von 54,2 Punkten sank. Die deutschen Firmen gingen jedoch davon aus, dass die geschwächte Nachfrage nur vorrübergehend sei, sagte Williamson: „Es gibt gute Anzeichen, dass dies auch der Fall sein wird.“ Da die Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit ausweiteten, konnten sie ihr Auftragspolster abbauen, wie der Teilindex mit 48,1 Punkten zeigte.

Die weiter kräftig steigenden Kosten konnten die deutschen Dienstleister im November erstmal seit dreieinhalb Jahren mit höheren Verkaufspreise an ihre Kunden weiter geben: Das Preis-Barometer stieg auf 50,8 Zähler von 49,3. Dies sei ein Zeichen, dass die Unternehmen etwas Preismacht zurückgewännen, sagte Williamson: „Das ist eine sehr ermutigende Entwicklung.“ Die Kosten stiegen ähnlich stark wie im Vormonat, Hauptpreistreiber waren die hohen Energiekosten. Für die Finanzdienstleister erhöhten sich vor allem wegen der Zinsentwicklung die Kosten.

Die steigenden Einkaufspreise führten erneut zu einem mäßigen Abbau von Arbeitsplätzen in dem Sektor in Deutschland, wie die entsprechende Komponente mit einem Rückgang auf 49,7 von 49,9 Punkten anzeigte. Auch die italienischen Service-Firmen entließen unterm Strich Mitarbeiter, während in Spanien und Frankreich neue Jobs in der Branche geschaffen wurden. Insgesamt wurde wie bereits seit 16 Monaten die Beschäftigung in der Euro-Zone ausgeweitet; das Barometer lag mit 51,5 Punkten leicht unter dem Vormonatswert.

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