Einschätzung von Analysten
Leitzinsen bleiben wohl niedrig

Nach Einschätzung von Analysten werden die Notenbanken der USA und der Euro-Zone die Leitzinsen zunächst unverändert auf ihren historischen Tiefstständen halten. Erst in der Mitte nächsten Jahres dürfte sich das ändern, so die Experten.

HB LONDON. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) werde frühestens Ende Juni nach gut einem Jahr den Leitzins von 1,00 % anheben, erwarteten bei der jüngsten Reuters-Umfrage die gut 40 befragten Rentenanalysten. Bis zum Ende nächsten Jahres werde der Schlüsselzins, der seit Juni auf dem tiefsten Stand seit 45 Jahren liegt, auf 1,75 % erhöht.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung der Experten noch bis zur zweiten Hälfte nächsten Jahres mit einer Zinserhöhung abwarten, dann aber vorsichtiger als die US-Notenbank agieren und bis Ende 2004 den Leitzins von 2,00 % nur um 25 Basispunkte anheben.

Die Fed hatte erst vergangene Woche erklärt, sie werde den niedrigen Zins noch für beträchtliche Zeit beibehalten, da die Inflation niedrig und die Kapazitätsauslastung noch schwach sei. „Die Fed will keinen weiteren Rückgang der Inflation. Sie wird deshalb vorsichtig sein mit Zinserhöhungen“, sagte Holger Schmieding, Volkswirt von der Bank of America in London. Doch bis zur zweiten Hälfte nächsten Jahres werde die Beschäftigung zulegen und die Teuerungsrate wieder klettern. Dann sei es Zeit für die Fed, die Zügel zu straffen. Hinter dem Mittelwert der Zinsprognose von 1,75 % zum Ende nächsten Jahres steckt jedoch eine weite Spanne der rund 40 einzelnen Vorhersagen, die von 0,75 bis 2,75 % reichen.

Auch die genannten Werte für den EZB-Leitzins, der seit Juni auf dem tiefsten Stand der Nachkriegszeit liegt, klaffen beträchtlich auseinander: Die Londoner Bank HSBC rechnet noch mit zwei weiteren Zinssenkungen um 25 Basispunkte auf 1,50 %. Dies wird mit einem weiteren starken Euro-Anstieg begründet, der die Inflation von zuletzt 2,2 % weiter dämpfen und die Konjunkturerholung ausbremsen könnte. Andere Experten halten kräftige Zinserhöhungen für möglich, wenn sich der Preisanstieg mit der dynamischeren Konjunktur verstärken sollte. So sagt die Swedbank aus Stockholm einen Leitzins von 3,00 % für das Jahresende voraus.

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