Ende der Deflationsgefahr
Japan bereitet sich auf einen Aufschwung vor

In Japan schaukeln sich die guten Konjunkturnachrichten gegenseitig hoch. Immer neue Umfragen, Reports und Analysen belegen, dass Japan „wiedererstarkt“ ist. Die Unternehmen wollen mehr investieren, die Verbraucher mehr konsumieren und die Zentralbank sieht keine Gefahr einer Preisabwärtsspirale mehr.

fmk TOKIO. Als eines der klarsten Anzeichen für ein Ende der Deflationsgefahr kann gelten, dass der Gesamtwert der japanischen Grundstücke im Jahr 2005 erstmals seit 15 Jahren wieder gestiegen ist. Die Bank of Japan teilte am Montag mit, die Grundstücke seien 1,4 Prozent teurer geworden. Vor allem die Preise für Gewerbegrundstücke zogen um vier Prozent an – was auch auf gesteigerte Investitionen der Unternehmen hindeutet.

Die sieben größten Halbleiterher-steller Japans haben für dieses Jahr Investitionen von mehr als einer Bill. Yen (sieben Mrd. Euro) angekündigt – das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Summe übertrifft die bisherigen Höchstwerte in Zeiten der Immobilien- und der Internetblase. Unisono gaben Unternehmen wie NEC, Elpida, Fujitsu oder Toshiba bekannt, dass sie weltweit mehr Nachfrage nach Elektrogeräten erwarten, deren Schlüsselkomponenten die Halbleiter sind.

Auch Japans Supermärkte bereiten sich auf einen Aufschwung vor. Die fünf größten Ketten kündigten 45 Prozent mehr Investitionen (zusammen 240 Mrd. Yen) in ihre Filialen an. Die Zahl der Geschäfte soll zwar gleich bleiben, eine schönere Ausstattung aber mehr Kunden anlocken.

Von einem „echten Gefühl der Wiederbelebung, angeführt von der privaten Nachfrage“ spricht die Tageszeitung „Yomiuri“. In einer Umfrage hat sie im April das Vertrauen der Unternehmen in die Wirtschaftsentwicklung untersuchen lassen: 94 Prozent der Firmen sehen klar einen Aufschwung, 22 Prozent der Unternehmen gaben an, mit einer langen und nachhaltigen Konjunkturverbesserung zu rechnen.

Laut Japans Finanzminister Sadakazu Tanigaki ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im abgelaufenen Fiskaljahr (bis 31. März 2006) real um 2,7 Prozent gewachsen. Für 2006 erwartet er zwei Prozent Wachstum: „Japans Privatsektor wächst stabil“, sagte Tanigaki. Die Unternehmen hätten die Belegschaften verschlankt, die Schulden reduziert und die Produktionskapazitäten den Marktmöglichkeiten angepasst. Die Arbeitslosenrate lag im März bei einem Siebenjahrestief von 4,1 Prozent und sinke weiter.

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