Ende der Krise
G7 wecken leise Zuversicht

Vorsichtige Hoffnung auf ein Ende der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten: Die sieben größten Industrienationen (G7) sehen Signale für eine Verlangsamung des Abschwungs und erste Zeichen von Stabilität.

HB WASHINGTON. "Eine Erholung der Wirtschaft sollte gegen Ende des Jahres beginnen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der G7-Finanzminister und-Notenbankchefs nach ihrem Treffen am Freitag in Washington. Die konjunkturellen Aussichten blieben jedoch weiterhin schwach, warnten die Ressortchefs zugleich. Es gebe nach wie vor Risiken.

Es sei richtig, ein wenig ermutigt zu sein, sagte US- Finanzminister Timothy Geithner nach der Zusammenkunft am Vorabend der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank. "Es wäre aber falsch, daraus zu schließen, dass wir nahe daran sind, der Dunkelheit zu entkommen, die sich vorigen Herbst über die Weltwirtschaft legte." Geithner mahnte die Staatengemeinschaft, weiterhin die Nachfrage anzukurbeln und nach wie vor an der Stabilisierung des Finanzsystems zu arbeiten.

"Ohne die Herausforderungen vor uns zu unterschätzen", gebe es Anzeichen, dass die Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Talfahrt abnehme, sagte der US-Finanzminister. Die Lage in manchen Märkten zeige eine moderate Verbesserung, und es gebe Anzeichen, dass sich die US-Immobilienmärkte stabilisierten, sagte Geithner.

Nach seinen Worten ist die Reform der Finanzregulierung in den USA und vielen anderen Ländern bereits auf dem Wege. Es bleibe aber noch vieles zu tun, um ein System zu schaffen, das robust gegenüber Schocks sei und den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspreche.

Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen sagte, die deutschen Pläne für eine "Bad Bank" zur Entlastung der Bankbilanzen von Ramschpapieren seien bei den G7-Partnern auf hohes Interesse gestoßen.

Bundesbank-Präsident Axel Weber hatte zuvor erklärt, er rechne für das kommende Jahr mit einer "schrittweisen Erholung" der deutschen Wirtschaft. Es gebe "durchaus erste Hoffnungszeichen" und Hinweise, dass die Geschwindigkeit Abschwungs nachlasse

Die G7-Minister und-Zentralbankchefs bekräftigten nach ihrem Treffen in der US-Hauptstadt, alles Notwendige unternehmen zu wollen, um schnell wieder zu durchschnittlichen Wachstumsraten zu gelangen. Zugleich soll sichergestellt werden, dass die Haushalte durch die milliardenschweren Konjunkturprogramme langfristig nicht aus dem Ruder laufen. Der G7-Runde folgte am Freitagabend (Ortszeit) ein Treffen der Ressortchefs der 20 führenden Wirtschaftsmächte. Dies ist ein Novum und Folge der gestiegenen Bedeutung der G20.

Die G7-Länder USA, Japan, Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und Kanada warnten erneut vor einer zunehmenden Marktabschottung als Folge der Krise. "Wir werden davon absehen, neue Barrieren für Investitionen oder den Handel von Waren und Dienstleistungen zu errichten", betonten die Staaten. Asmussen sagte, es sei "wichtig und richtig" für die Exportnation Deutschland, dass die G7 keine neuen Restriktionen im Welthandeln aufbauen wollen".

Die Staaten begrüßten Chinas ungebrochene Zusage, sich auf einen flexibleren Wechselkurs der heimischen Währung zuzubewegen. Dies sollte zu einer effektiven Aufwertung des Renminbi führen. China wird vorgeworfen, seine Währung vor allem zum Dollar künstlich niedrig zu halten und auf diese Weise seine Exporte zu verbilligen.

Die G7- und G20-Runde trafen sich einen Tag vor der traditionellen Frühjahrstagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds. Im Mittelpunkt der zweitägigen Zusammenkunft stehen ebenfalls die bisherigen und künftigen Schritte im Kampf gegen die Krise.

dpa sl/fb xx z2 so

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%