Entspannung in Irland
Euro-Banken leihen kaum noch Geld bei EZB

Die Euro-Banken haben sich in der Nacht zu Donnerstag wesentlich weniger Geld bei der EZB geliehen. Grund für den Rückgang von 15,104 auf 1,246 Milliarden Euro ist die Entspannung im irischen Bankensektor.
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FrankfurtDie Banken in der Euro-Zone haben sich in der Nacht zu Donnerstag kaum noch Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geliehen. Das Volumen der Spitzenrefinanzierungsfazilität sank Angaben der Notenbank von Donnerstag zufolge auf lediglich 1,246 von 15,104 Milliarden Euro am Vortag. Banken müssen für diese Notausleihe einen Zinssatz von 1,75 Prozent bezahlen. Zugleich schwoll das Volumen in der mit 0,25 Prozent verzinsten Einlagefazilität auf 33,847 von 26,882 Milliarden Euro an.

Händler führten die deutlich geringere Nachfrage nach EZB-Geld auf eine Entspannung im irischen Bankensektor zurück, wo einige Wertpapier-Pakete zuletzt einfroren waren. „Nachdem ein Gericht in der vergangenen Woche den Weg dafür freigemacht hatte für den Verkauf von Wertpapiere aus dem Besitz verstaatlichter irischer Banken, stehen diese nun wieder als Sicherheit für den Wochentender zur Verfügung“, sagte ein Händler. „Folglich müssen einige Institute nicht mehr auf die teure Spitzenrefinanzierungsfazilität zurückgreifen.“

Ganz vom Tisch scheint das Thema aber noch nicht zu sein. „Die Spitzenrefinanzierungsfazilität ist zuletzt sehr unregelmäßig nachgefragt geworden, das sieht alles ein bisschen unlogisch aus“, sagte ein weiterer Händler.  

Nach Einschätzung von Francesco Papadia, der die Marktoperationen bei der EZB leitet, ist der Geldmarkt der Euro-Zone weiter gespalten. „Die Banken fragen in der Summe weniger Liquidität als zuletzt nach“, sagte er am Donnerstag während einer Konferenz. „Am anderen Ende gibt es jedoch einige Banken in den so genannten Peripherie-Ländern der Euro-Zone, die weiterhin stark von der Liquidität der Europäischen Zentralbank abhängen.“  

Die Geldmarktsätze wurden laut Disponenten vom bevorstehenden Ende der Mindestreserveperiode bestimmt. Sie nannten für Tagesgeld Sätze zwischen 0,3 und 0,4 Prozent nach 0,33 bis 0,45 Prozent am Vortag. „Wie zuletzt meistens sehen wir zum Ende der Reserveperiode eine Überliquidität, welche die Sätze nach unten zieht“, sagte ein Geldmarkthändler. „Wir rechnen damit, dass es zum Wochenschluss noch auf 0,25 bis 0,3 Prozent runter geht.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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