Erholung kommt nur langsam voran
Banken sprechen von Anstieg der Konjunkturrisiken

Der Bankenverband sieht das zarte Pflänzchen Konjunkturaufschwung gefährdeter als andere Institutionen. Allerdings behält er die Wachstumsprognosen für Deutschland und Europa aufrecht. Aus Sicht des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) haben die Risiken für die konjunkturelle Erholung in Deutschland und Europa zugenommen.

HB BERLIN. Der Verband werde jedoch seine Wachstumsprognose für Deutschland für dieses Jahr von 1,6 % und für Europa von 1,8 % zunächst nicht ändern, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten BdB-Konjunkturbericht. „Die Risiken sind aber größer geworden, so dass die Prognose nicht mehr so abgesichert ist wie noch zu Beginn des Jahres“, schreiben die Volkswirte. „Ein abruptes Abknicken der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland und im Euro-Raum ist gleichwohl nicht zu befürchten.“

„In Deutschland und im Euro-Raum blieben in den letzten Wochen beinahe sämtliche Konjunkturdaten hinter den Erwartungen zurück“, heißt es in dem Bericht weiter. Als besondere Enttäuschung bezeichnete der Verband der privaten Banken den zweiprozentigen Rückgang der deutschen Auftragseingänge im Januar. Auch die Stimmungsindikatoren hätten zuletzt die Erwartungen nicht erfüllt. „Verlässliche Anzeichen auf eine Stabilisierung der Binnenkonjunktur lassen somit weiterhin auf sich warten. (...) Die noch zum Jahreswechsel gehegten Hoffnungen auf positive Konjunkturüberraschungen sind schon wieder dahingeschmolzen“, resümierte der Verband.

Der Aufschwung werde sich jedoch trotz dieser ernüchternden Konjunkturdaten fortsetzen. „Gegen ein rasches Ende der wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung spricht vor allem die gute Verfassung der Weltwirtschaft. Die globale Konjunkturerholung ist in Gang.“ Zudem befänden sich viele Frühindikatoren - wie der deutsche Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe - trotz der jüngsten Enttäuschungen noch auf einem hohen Niveau.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Einschätzung des BdB wegen der schwachen Konjunkturperspektiven, des hohen Euro und der günstigen Inflationsperspektiven in diesem Jahr die Zinsen nicht erhöhen. Sollten die Konjunkturrisiken weiter steigen, könnte sogar eine Zinssenkung möglich werden. Allerdings warnte der Verband davor, die Wirkung einer weiteren Zinssenkung zu überschätzen. „Ein Ersatz für Reformen zur Stärkung des Wachstums im Euro-Raum sind sie nicht.“

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