Erläuterung zum Zinsentscheid
Trichet-Aussagen belasten Dax

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen für den Euroraum ein weiteres Mal bestätigt. In der anschließenen Erläuterung des Entscheids machte Notenbank-Chef Trichet eins ganz klar: Die Währungshüter rechnen für 2008 mit einer steigenden Inflation und weniger Wachstum. Analysten meinen: „Das hört sich ziemlich hart an.“

HB FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen im Euro-Raum zum Jahresende unverändert gelassen. Der entscheidende Leitzins liegt damit weiter bei 4,0 Prozent, wie die EZB im Anschluss an eine turnusmäßige Ratssitzung in Frankfurt am Main mitteilte. Beobachter hatten wegen der Turbulenzen auf den Finanzmärkten auch nicht mit einer Zinsänderung gerechnet.

Nach dem Zinsentscheid gaben die deutschen Aktienindizes ihre Kursgewinne am Donnerstagnachmittag wieder ab. Der Leitindex Dax rutschte mit 0,06 Prozent ins Minus auf 7940 Zähler. Der MDax der mittelgroßen Werte gab 1,07 Prozent auf 9774 Punkte ab. Für den TecDax ging es mit 0,72 Prozent ins Minus auf 972 Zähler. Zunächst sei die Zinssenkung in England noch positiv aufgenommen worden - Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hätten dann aber die Stimmung belastet, sagten Händler.

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Trichet wies bei der Erläuterung der Rats-Beschlüsse auf die im November deutlich auf 3 Prozent gestiegene Inflation hin. Er betonte, dass die Währungshüter die Entwicklung sehr genau verfolgen würden, verwendete aber nicht den Begriff „Wachsamkeit“, mit dem er auf eine baldige Zinserhöhung vorzubreiten pflegt. Die Notenbank strebt Werte von unter zwei Prozent an.

Die Konjunkturaussichten beurteilte Trichet trotz des hohen Ölpreises und der Dollarschwäche für dieses Jahr zuversichtlich. Die Währungshüter erwarten, dass das Wachstum im Euro-Raum mit 2,4 bis 2,8 Prozent etwas stärker ausfällt als zunächst gedacht. Sorgen bereiten der EZB allerdings die nicht absehbaren Folgen der Finanzmarkt-Krise. Für das kommende Jahr korrigierte die EZB ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum auf 1,5 bis 2,5 Prozent nach unten.

Erstmals gaben die EZB-Ökonomen auch ihre Projektionen für 2009 bekannt. Für das BIP-Wachstum erwartet die Notenbank eine Abkühlung auf 1,6 bis 2,6 Prozent. Die Teuerungsrate geht nach den Projektionen der EZB im übernächsten Jahr wieder auf Werte zwischen 1,2 bis 2,4 Prozent zurück.

Wegen der Finanzmarkt-Turbulenzen hatten die Währungshüter bereits auf eine im September erwartete Zinserhöhung verzichtet und auch in den folgenden Monaten die geldpolitischen Zügel nicht weiter angezogen.

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