EU-Indikator steigt – Höhere Investitionen geplant
Industrie der Euro-Zone zeigt mehr Zuversicht

Die Wirtschaftsstimmung in der Euro-Zone hat sich zur Jahresmitte zum ersten Mal seit Februar stabilisiert. Das zeigen die Umfrageergebnisse der EU-Kommission für Juni, die gestern vorgelegt wurden. Konkrete Anzeichen für eine Konjunkturbelebung in der zweiten Jahreshälfte sind damit aber noch nicht verbunden. In der gesamten Europäischen Union setzt sich die Talfahrt des Stimmungsindikators wegen einer deutlichen Verschlechterung in Großbritannien sogar fort.

ari DÜSSELDORF. Der Sammelindex der EU-Kommission für die Wirtschaftsstimmung in der Währungsunion erhöhte sich im Juni leicht auf 96,3 Punkte von 96,1 Punkten im Mai. Der langjährige Durchschnitt wird aber weiterhin deutlich unterschritten. Im Januar war er mit 100,8 Punkten noch leicht übertroffen worden.

Die Kommission sprach von Anzeichen für eine Bodenbildung. Doch sie beschränken sich auf die Industrie. Das Industrievertrauensbarometer stieg leicht von minus elf auf minus zehn Punkte. Zudem legte der Geschäftsklimaindex für die Industrieproduktion erstmals in diesem Jahr etwas zu. In den anderen Bereichen – Dienstleistungen, Einzelhandel und Bau – verschlechterte sich dagegen die Stimmung.

Außerdem stagnierte der Indikator für das Verbrauchervertrauen bei minus 15 Punkten – es konnte sich nicht von dem deutlichen Rückgang im Mai erholen. Während sich das Konsumklima in Deutschland verschlechterte, hat es sich in Frankreich laut EU-Kommission verbessert. Das französische Statistikamt Insee meldete gestern für Juni allerdings einen Rückgang des Verbraucherstimmungsindexes auf den niedrigsten Stand seit März 2003.

Nach Einschätzung der EU-Kommission werden erst die nächsten Monate Klarheit bringen, ob das bessere Industrievertrauen im Juni eine Trendwende markiert oder ob nur ein anhaltender Abwärtstrend unterbrochen wurde. Die Ökonomen der Commerzbank bestärkt der Anstieg, an ihrer Prognose einer leichten Konjunkturverstärkung im zweiten Halbjahr festzuhalten.

In Frankreich nahm das Industrievertrauen erheblich zu. In Deutschland veränderte es sich nicht. In Italien kam es zu einer leichten Besserung, in Spanien zu einer Verschlechterung. Vor allem die Produktionsaussichten und die Entwicklung der Lagerbestände beurteilte die Industrie in der Euro-Zone positiver als im Mai. Der Bestand an Auslandsaufträgen erhielt dagegen schlechtere Noten.

Die halbjährliche Umfrage der EU-Kommission zu den Investitionsplänen der Industrie zeigt, dass die Unternehmen ihre realen Investitionsausgaben in diesem Jahr um ein Prozent erhöhen wollen, nachdem sie 2004 trotz damals besserer Stimmung um zwei Prozent gesenkt worden waren. Kräftige Kürzungen der Investitionsbudgets dürfte es allerdings in Italien, Portugal und Griechenland geben.

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