Euro-Renten steigen
US-Konjunkturdaten enttäuschen Finanzmärkte

Enttäuschung haben neue US-Konjunkturzahlen an den internationalen Finanzmärkten ausgelöst. An den Rentenmärkten gaben die Renditen bei steigenden Kursen nach, während an den Aktienmärkten die Kurse zeitweise ins Minus drehten.

HB FRANKFURT. Vor allem der Dollar geriet unter verstärkten Druck, so dass der Euro über 1,17 Dollar kletterte. Die Erwartung einer Erholung der Weltwirtschaft hat in den vergangenen Monaten die Aktienkurse und an den Anleihemärkten die Renditen in die Höhe getrieben, was stets mit fallenden Anleihekursen einhergeht. Technische Faktoren trugen laut Händlern zusätzlich dazu bei, dass der richtungweisende Bund-Future am Donnerstag deutlich ins Plus drehte und mehr als 30 Ticks zulegte.

Analysten sagten, die schwächere Entwicklung am US-Arbeitsmarkt in der vergangenen Woche solle nicht überbewertet werden, da insgesamt die US-Wirtschaft verglichen zur Euro-Zone besser dar stehe. Auch die Lage am US-Arbeitsmarkt sei deutlich besser als noch vor wenigen Wochen, als noch wöchentlich mehr als 400.000 Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe beantragen mussten. Der Anstieg der Erstanträge in der Berichtswoche auf 366.000 fiel aber höher als im Schnitt von Analysten mit 360.000 erwartet aus. Zudem revidierte das US-Arbeitsministerium die Vorwochenzahl deutlich auf 353.000 von 348.000 nach oben. In der Vorwoche hatte der überraschende Rückgang die Märkte von der Trendwende am US-Arbeitsmarkt noch überzeugt. Dies hätten einige Anleger als Entschuldigung für Gewinnmitnahmen genommen, sagten Händler.

Auch die US-Handelsbilanz fiel schlechter als erwartet aus. Mit großer Spannung warteten die Märkte nun auf neue Konjunkturdaten aus den USA, die am Freitag anstehen. Unter anderem werden die Oktober-Statistiken zum Einzelhandelsumsatz und zur Industrieproduktion sowie die November-Umfrage der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen erwartet.

Euro steigt auf vorläufiges Hoch

Der Bund-Future, der am Vormittag wegen Gewinnmitnahmen noch um 23 Basispunkte auf ein Tagestief von 111,54 Zählern gefallen war, stieg nachmittags über die wichtige Marke von 111,90 Punkten auf ein Tageshoch von 112,20 Punkten, ehe er wieder etwas abbröckelte. „Ich denke, die Daten haben eine technische Bewegung ausgelöst, die wiederum zu einer Übertreibung führt“, erklärte David Page von Investec in London. Die zehnjährige Bundesanleihe stieg am Nachmittag um 29 Ticks auf 98,58 Punkte und rentierte auf diesem Niveau mit 4,42 Prozent. An den US-Kreditmärkten kletterte die zehnjährige US-Staatsanleihe um 61 Ticks auf 99,41 Punkte und rentierte auf dem Niveau mit 4,32 Prozent. Händler erinnerten aber an die noch bevorstehende Auktion von zehnjährigen US-Papieren.

In New York verlor der Standardwerteindex Dow-Jones im frühen Geschäft 0,5 Prozent auf 9795 Punkte und der Nasdaq-Index um 0,7 Prozent auf 1959 Punkte. Der Euro kletterte um gut einen halben US-Cent auf ein vorläufiges Hoch von 1,1737 Dollar, was Händler aber auch auf die Spannungen im Irak zurückführten.

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