Euro rutscht unter 1,20 Dollar
Greenspan signalisiert weitere Zinsschritte

US-Notenbankchef Alan Greenspan erwartet in den USA weiter ein robustes Wirtschaftswachstum. Entsprechend müssten die Leitzinsen weiter schrittweise steigen, sagte er am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses. Bei seiner vermutlich letzten halbjährlichen Anhörung als Fed-Präsident vor dem US-Kongress warnte er zugleich vor Spekulationsblasen im Immobilienmarkt einiger US-Bundesstaaten. Die Inflation sei im Griff.

HB WASHINGTON. Der Devisenmarkt reagierte umgehend auf die klaren Signale Greenspans: Die US-Währung verzeichnete Kursgewinne, der Euro fiel zeitweise unter 1,20 Dollar.

Händler erklärten, die in Aussicht gestellten Zinserhöhungen in den USA animierten die Anleger zum Kauf von Dollar. „Greenspan hat dem Dollar Treibstoff geliefert, um den Euro nach unten zu drücken“, sagte Analyst Christian Pohl von der FXdirekt Bank. „Der Fed-Chef hat wie erwartet ein positives Bild von der amerikanischen Wirtschaft gezeichnet und weiter steigende Zinsen in Aussicht gestellt“, erklärte Eugen Keller, Devisenstratege beim Bankhaus Metzler.

Grundsätzlich zeichnete Greenspan ein positives Bild der weltgrößten Volkswirtschaft. Der Wachstumsausblick sei solide. Es gebe keinen spürbaren Inflationsdruck. Die US-Notenbank könne daher an ihrer Politik maßvoller Zinserhöhungen festhalten, betonte der Notenbankchef. Allerdings gingen beispielsweise von den hohen Energiekosten bedeutende Risiken aus. So könnte die Konjunktur von weiter steigenden Ölpreisen einen Dämpfer bekommen, warnte er. „Das würde die Verbraucherausgaben erheblich einschränken und das Wachstum schwächen.“ Die Ausgaben der Verbraucher stützen zwei Drittel der US-Wirtschaft.

„Unsere zu Grunde liegende Erwartung für die US-Wirtschaft ist die eines nachhaltigen Wachstums und einer eingedämmten Inflation“, sagte der 79-Jährige vor dem Finanzdienstleistungs-Ausschuss des Repräsentantenhauses. Dieser günstige Ausblick werde jedoch von einigen signifikanten Unsicherheiten begleitet, die höchster Wachsamkeit bedürften. Dazu zählten neben dem Ölpreis auf Rekordniveau auch die hohen Arbeitskosten und die Entwicklung der Langfristzinsen. Er verwies insbesondere auf Risiken am Immobilienmarkt, wo ein „spekulativer Eifer“ zu einem regelrechten Nachfrage-Boom geführt habe. In bestimmten Regionen seien die Preise auf unhaltbares Niveau gestiegen. Im ersten Quartal stiegen die Preise landesweit im Durchschnitt um 12,5 Prozent im Jahresvergleich. In manchen Märkten liegen die Steigerungen im Zuge der historisch niedrigen Zinsen in den USA aber bei mehr als 30 Prozent.

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