Exklusiv-Umfrage
Manager rechnen mit Exportboom

Die Auslandsnachfrage soll die deutsche Wirtschaft aus dem Tal ziehen: Fast die Hälfte aller im Export tätigen Manager erwartet, dass sich das Auslandsgeschäft ihres Unternehmens in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird. Dies zeigt eine exklusive Umfrage im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. unter rund 800 Topmanagern.

FRANKFURT/DÜSSELDORF/ZÜRICH. Bei der vergangenen Umfrage für den Handelsblatt Business-Monitor im Mai hatte dies nur ein Viertel der Befragten für möglich gehalten. Obendrein rechnen nur noch sechs Prozent mit schlechteren Geschäften, nach 21 Prozent im Mai.

„Die Unternehmen haben allen Grund zur Zuversicht“, sagt der Chefvolkswirt der Deka-Bank, Ulrich Kater. Die weltweiten Konjunkturprogramme sorgten für einen erheblichen Nachfrageschub. „Wir beobachten, dass sich die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen weiter aufhellen“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben.

Auch nach Einschätzung des am Montag veröffentlichten Konjunkturberichts der EU hat sich die Wirtschaftslage in Europa seit dem zweiten Quartal „deutlich verbessert“. Damit sei der Weg aus der Rezession geebnet, heißt es in dem Bericht. Für das dritte Quartal erwartet die Behörde einen leichten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in der EU von 0,2 Prozent, im vierten Quartal von 0,1 Prozent.

Auf eine Trendwende auch im Welthandel weisen Berechnungen des niederländischen Bureau of Economic Policy Analysis hin. Danach ist das globale Handelsvolumen im Juni mit 2,5 Prozent so stark gestiegen wie seit Juli 2008 nicht mehr. Es war das erste Mal, dass alle wirtschaftlichen Regionen der Welt mit Ausnahme von Afrika/Mittlerem Osten einen Zuwachs gegenüber dem Vormonat meldeten. Das Volumen lag aber immer noch 19 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Trotz der positiven Signale bleibt die Welthandelsorganisation WTO deshalb dabei, dass der Güterhandel aufgrund des starken Einbruchs im ersten Quartal um zehn Prozent im Gesamtjahr 2009 sinken wird.

Dass sich die Geschäfte bereits verbessert haben, zeigt sich in den Auftragsbüchern der deutschen Industrie. Deren Orders stiegen zuletzt fünfmal in Folge. Auch die Exporte legten drei Monate hintereinander zu. Das hebt die Stimmung der vom Marktforschungsunternehmen Psephos für den Handelsblatt Business-Monitor befragten Manager: Während im Mai noch 32 Prozent der im Export tätigen Unternehmen ihr derzeitiges Auslandsgeschäft als „gut“ oder „eher gut“ einstuften, sagen das im September schon 41 Prozent.

Ausschlaggebend für die anziehende Auslandsnachfrage ist insbesondere Asien. „Das China-Geschäft trägt viele Unternehmen durch die Krise“, sagt der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, Anton Börner. Diesen Trend melden auch wichtige Branchen: So berichtet der Verband der chemischen Industrie (VCI), die Verkäufe an ausländische Kunden hätten sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal erhöht. Die Wachstumsimpulse kämen vor allem aus Asien; aber auch die Länder der Europäischen Union fragten wieder mehr chemische Erzeugnisse nach.

Auch der deutsche Maschinenbau erkennt erste positive Signale bei der Nachfrage aus China. Die Region hat laut dem Branchenverband VDMA mittlerweile die Vorreiterrolle bei der Nachfrage übernommen und die USA früher als erwartet als größten Auslandskunden abgelöst. Im ersten Halbjahr legten die Lieferungen der deutschen Hersteller nach China sogar um 3,2 Prozent zu.

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